Chinesische Wissenschafts-Akademie ehrt Prof. Jörg Kudla

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Jörg Kudla (links) nahm die Auszeichnung von    Kang Chong entgegen, dem Vize-Di

Jörg Kudla (links) nahm die Auszeichnung von Kang Chong entgegen, dem Vize-Direktor des Akademie-Instituts für Botanik in Peking und Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. © privat

Internationale Ehrung für Jörg Kudla: Der Pflanzenbiologe der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) ist von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (Chinese Academy of Sciences, CAS), der größten Forschungseinrichtung der Welt, als herausragender Wissenschaftler ausgezeichnet worden. Den Titel „Distinguished Scientist“ vergibt die Akademie an führende internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten im Rahmen ihrer „CAS President’s International Fellowship Initiative“. Dabei wählt ein Gremium einmal jährlich aus mehr als 200 Nominierten, die die einzelnen Akademie-Instituten vorschlagen, etwa 30 Preisträger aus. Sie kommen aus der ganzen Welt und erhalten jeweils ein Preisgeld von rund 6.000 Euro, das sie für ihre Forschungsaktivitäten in China einsetzen können.

Jörg Kudla erhielt die Auszeichnung insbesondere für seine Erforschung des Zusammenspiels von Calcium und anderen Signalstoffen in Nutzpflanzen und der damit zusammenhängenden Stresstoleranz von Pflanzen - Stressfaktoren können für sie zum Beispiel Hitze und Trockenheit sein. Darüber hinaus würdigte die Akademie einen weiteren seiner Forschungsschwerpunkte, die sogenannte De-novo-Domestikation, bei der zum Beispiel geeignete Wildpflanzen mithilfe von molekularbiologischen Methoden in kurzer Zeit in neue Kulturpflanzen verwandelt werden können.

Mit der Ehrung verfolgt die Akademie das Ziel, die internationalen Kooperationen ihrer Wissenschaftler voranzutreiben. „Umgekehrt bekommen wir eine fantastische Möglichkeit, die Beziehungen zu den Akademie-Instituten auszubauen“, betont Jörg Kudla. Er hält schon seit Jahren enge wissenschaftliche Kooperationen mit chinesischen Wissenschaftlern aufrecht und ist seit 2011 Gastprofessor an der China Agricultural University in Peking.

Im Zusammenhang mit der Auszeichnung liegt eine zweiwöchige Forschungsreise in China hinter ihm, denn jeden Preisträger erwartet mit dem Besuch von mehreren Akademie-Instituten ein straffes Programm. Für Jörg Kudla ging es nach Peking, in der ersten Woche an das Institut für Botanik und in der zweiten Woche an das Institut für Genetik und Entwicklungsbiologie, wo er Vorträge hielt und mit Wissenschaftlern und Studierenden diskutierte. „Solche Einladungen sind eine wichtige Gelegenheit, um Kontakte mit talentierten Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern aufzubauen. Nicht selten folgen Bewerbungen für eine Promotion oder einen Gastaufenthalt bei uns in Deutschland“, erzählt Jörg Kudla. Sein Labor an der WWU wird durch die Auszeichnung ein „Ziellabor“, in das zukünftig Nachwuchswissenschaftler der chinesischen Akademie kommen werden, um dort als Gastwissenschaftler zu forschen. Finanziert werden die Aufenthalte durch ein spezielles Stipendien-Programm der CAS.

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