Bedarfsgerechter Wohnungsbau in Wachstumsregionen

Im Projekt ,,Interko2’ wird ein Konzept zu Wohnbauflächen in Jena und im U

Im Projekt ,,Interko2’ wird ein Konzept zu Wohnbauflächen in Jena und im Umland entwickelt. Foto: Jens Meyer (Universität Jena)

Die Forderung der Bevölkerung nach angemessenem und bezahlbarem Wohn­­raum ist ein Thema, das die Politik, insbesondere die Regionalpolitik, dauerhaft be­schäf­tigt. Knappe finanzielle Ressourcen bestimmen meist das Handeln von Städten, gleich­zeitig gilt es, den demographischen Wandel in der Stadt und im Umland sowie die Sicherung der für den Standortwettbewerb notwendigen Infrastruktur zu berücksichtigen. Die Kommunen müssen deshalb dafür sorgen, dass in Stadtzentren ausreichender und bezahlbarer Wohn­raum zur Verfügung steht, und gleichzeitig die Mobilität und den Anschluss an das Umland sicherstellen. Auch die unterschiedlichen Bedürfnisse von Industrie, Handel und Bewohnern sind dabei zu beachten.

Erkenntnisgewinn auf die Stadt Jena und den Saale-Holzland-Kreis anwenden

Dieser Thematik nimmt sich ein Team vom Institut für Geographie der Friedrich-Schiller-Uni­versität Jena unter Leitung von Sebastian Henn an. Gemeinsam mit dem Leibniz-In­stitut für Länderkunde aus Leipzig, dem Landkreis Leipzig und der Stadt Leipzig verfolgt das Team im Projekt ,,Interko2 - Integriertes Wohnflächenkonzept in großstädtischen Wachs­tumsregionen" das Ziel, ein integriertes Wohnbauflächenkonzept zu erstellen. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,3 Millionen Euro geförderten For­schungsprojekt hat das Team in einer ersten Projektphase ein Konzept für die Region Halle (Saale)/Leipzig erstellt. Nun soll die Analyse in einer zweiten Etappe auf die Stadt Jena und den Saale-Holzland-Kreis Übertragen werden. Die bisherigen Erkenntnisse werden dafür Über­tragen und die bestehenden Forschungsansätze weiter verbessert. Zum Auftakt der neuen Projektphase findet am 25. Januar 2022 ein gemeinsamer Workshop statt.

Zusammenarbeit mit kommunalen und regionalen Partnern

,,Eine kommunal und regional abgestimmte Entwicklung, die sich am tatsächlichen Wohn­bau­flächenbedarf und der Wohnraumnutzung orientiert, kann einen wichtigen Lösungsansatz bieten, um ein funktionierendes Nebeneinander von Wohnraum und Infrastruktur zu ermög­lichen. Zugleich kann es zur Steigerung der Attraktivität der Gesamtregion beitragen", erläu­tert Thorben Sell aus dem Jenaer Team den Hintergrund des Projektes. Das Forschungsteam analysiert, welche Wohnbauflächenbedarfe in der Region Jena und im Saale-Holzland-Kreis vorhanden sind und wie dort Wohnflächen entstehen können. Um den Bedarf herauszufin­den, arbeitet das Team eng mit Jenaer Partnern und dem Landratsamt des Saale-Holzland-Kreises zusammen, auch, um gleichzeitig in gemeinsamer Abstimmung die Entwicklung und die Vorstellungen für die Regionen auszuloten.

,,Ein an den gemeinsamen Bedarfen abgestimmtes Wohnbauflächenkonzept wird dabei hel­fen, Jena und die gesamte Region im Wettbewerb um Fachkräfte und in der Standortentwick­lung weiter attraktiv zu gestalten. Ich bin dankbar, dass wir mit Interko2 die Erfahrungen der Region Leipzig für uns nutzbar machen können und hier vor Ort mit dem Saale-Holzland-Kreis, jenawohnen und dem Jenaer Nahverkehr starke Partner an Bord haben, um gemein­sam Lösungen für die drängen­den Fragen des Wohnens und Lebens zu entwickeln und um­zu­setzen", sagt  Dr. Thomas Nitzsche, Oberbürgermeister der Stadt Jena.

,,Der Saale-Holzland-Kreis begleitet das Projekt Interko2 sehr gerne. Es ist für uns als Land­kreis eine gute Möglichkeit zu sehen, wo es mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung Poten­ziale gibt. Die wissenschaftliche Auswertung ermöglicht für uns einen neuen Blickwinkel und zeigt neue Perspektiven für die Wohnraumentwicklung im ländlichen Raum auf", ordnet Land­rat Andreas Heller die Bedeutung des Forschungsprojektes für den Saale-Holzland-Kreis ein.

Konzept als Handlungsempfehlung

Auf der Grundlage der Angaben der Partner wird das Projektteam vor allem die Mobilitätsmo­tive und Wohnstandortbedarfe der Bevölkerung ermitteln, erläutert Sell. Wichtig seien vor al­lem die Erreichbarkeit und die Grundausstattung der Daseinsvorsorge - also Geschäfte und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs, Angebote der medizinischen Versorgung sowie für Bildung und Arbeit. Aber auch die Verfügbarkeit von Bauland und die Entwicklungspläne der Kommunen seien zu berücksichtigen. Bei der Integration und Umsetzung dieser Elemente im Wohnbauflächenkonzept legt das Team vor allem Wert auf eine umweltbewusste Umset­zung. Nach Projektende soll das Konzept schließlich als Handlungsempfehlung für die betei­ligten Kommunen dienen und in der Landesund Regionalplanung Anwendung finden.

Die bisherigen Ergebnisse und Analysen aus dem Forschungsprojekt veröffentlicht das Jenaer Team auf seiner. .


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