Wie fachliche Integration den Artenschutz fördern kann

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Wie fachliche Integration den Artenschutz fördern kann

Forschungsteam mit Göttinger Beteiligung nimmt interdisziplinäre Forschung in den Blick

Fachübergreifende Forschung in Wissenschaften, Förderprogrammen und Medien wird immer bedeutender. In einem kürzlich veröffentlichten Artikel diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Beteiligung der Universität Göttingen die Chancen und Herausforderungen dieser fachlichen Integration. Mit zahlreichen Beispielen aus der Vogelund Fledermausforschung zeigen sie, wie unterschiedliche Disziplinen wie Biologie, Psychologie und Technologie gemeinsam zur nachhaltigen Entwicklung von Agrarlandschaften beitragen und diese verbessern können. Der Beitrag ist in der Fachzeitschrift Basic and Applied Ecology erschienen.

Die Globalen Ziele der Vereinten Nationen stellen konkrete Anforderungen an nachhaltige Entwicklung, die oft im Spannungsfeld zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt stehen. Starke Partnerschaften werden als Schlüssel zum Erreichen der Sustainable Development Goals hervorgehoben. ,,Von der Forschung zur Praxis ist das nicht anders", erklärt Bea Maas von der Universität Wien, die Hauptautorin des aktuellen Perspektiven-Artikels. Das Team plädiert für mehr fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Disziplinen und Interessensgruppen. Ob und wie diese Zusammenarbeit zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen beitragen kann, hänge davon ab, ob Erkenntnisse anderer Fachbereiche lediglich berücksichtigt oder tatsächlich integriert werden.

Nach Ansicht des Forschungsteams werden multi-, interund transdisziplinäre Forschungsansätze oft verwechselt oder als Synonyme verwendet - obwohl sie sich durch den steigenden Grad an Integration verschiedener Fachbereiche unterscheiden. Zudem fehle es an Unterstützung für die Vermittlung zwischen Fachkreisen und den jeweiligen Entscheidungsträgern und damit in die Praxis. ,,Eine verstärkte fachliche Begleitung von integrativer, fachübergreifender Forschung hat ein enormes Potenzial, Innovation in der Ökologie und darüber hinaus zu fördern", resümiert Mitautorin Carolina Campo-Ariza von der Universität Göttingen.

Am Beispiel der von Vögeln und Fledermäusen vermittelten Ökosystemleistungen betont das Team die enge Verknüpfung von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt in der Nachhaltigkeitsentwicklung. ,,Wir wissen viel mehr über die Nutzung dieser Möglichkeiten, als wir tatsächlich umsetzen", erklärt Mitautor Christopher Whelan von der Chicago University. Das Team diskutierte Vorteile fachlicher Integration wie erhöhte Datenqualität, Innovation und Produktivität ebenso wie mögliche Fallstricke dieser Ansätze. ,,Ein schrittweiser Aufbau ist entscheidend für den Erfolg integrativer Zusammenarbeit", erklärt Maas. Sie beschreibt anhand von internationalen Beispielen aus der Vogelund Fledermausforschung, wie dadurch Kosten gespart und die Umsetzung von Forschungsergebnissen gefördert werden können. Maas schlussfolgert: ,,Viele Vogelund Fledermausarten sowie ihre wirtschaftlich wertvollen Ökosystemleistungen hätten ohne integrative Ansätze gar nicht erst geschützt werden können. Diese Win-Win-Denkweise kann uns in der nachhaltigen Entwicklung einen entscheidenden Schritt weiterbringen."

Originalveröffentlichung: Bea Maas et al. Cross-disciplinary approaches for better research: the case of birds and bats. Basic and applied ecology. 2021. https://doi.org/10.1016/j.baae.2021.06.010

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