Fußballrasen wissenschaftlich betrachtet

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Damit der Platz für das nächste Spiel in Top-Form ist, erforschen Wissenschaftle

Damit der Platz für das nächste Spiel in Top-Form ist, erforschen Wissenschaftler der TUM die Wechselwirkung von LED-Licht und Klima auf unterschiedliche Sportrasten-Arten. (Foto: Rhenac GreenTec AG)

Wie wirken LED-Licht und Klima auf unterschiedliche Sport-Rasenarten ein? Der Frage gehen Wissenschaftler der TUM im Gewächshauslaborzentrum Dürnast nach. Auf Grundlage ihrer Erkenntnisse werden neue Belichtungssysteme im Profi-Fußball entwickelt.


Ist ein Fußballspiel in der Bundesliga nicht optimal gelaufen, heißt es oft: »Der Rasen ist schuld!«. Das zeigt schon, wieviel Bedeutung die Profis dem Grün beimessen.
Eine intakte Rasenfläche im Stadion minimiert zum einen die Verletzungsgefahr der Spieler, zum anderen nimmt sie direkten Einfluss auf Ballgeschwindigkeit, Springhöhe und Standfestigkeit der Spieler im Spielverlauf. Außerdem kann nur ein optimaler Rasen den hohen Ansprüchen der Medien gerecht werden.

Rasenqualität und energetische Nachhaltigkeit


Um den Qualitätsansprüchen in modernen Sport-Arenen zu genügen, werden hochtechnologische Heiz-und-Belichtungs-Systeme installiert, die neben etlichen weiteren Messparametern in die täglichen Pflegemaßnahmen einbezogen werden.
Es geht einerseits darum, die Rasenqualität in Sportarenen zu sichern, andererseits sollen die Systeme energetisch nachhaltig arbeiten. Um das zu erreichen, sind neue Technologien wie eine Umrüstung auf LED-Belichtung in neue Forschungsansätze einzubinden.

Neue Belichtungssysteme im Profi-Fußball


Am Gewächshauslaborzentrum Dürnast des Wissenschaftszentrums Weihenstephan (WZW) der TUM wird seit 2013 die Wechselwirkung von LED-Licht und Klima auf unterschiedliche Sport-Rasenarten erforscht. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse sind die Grundlage für die Entwicklung neuer Belichtungssysteme im Profi-Fußball.
In einem Kooperations-Projekt mit der Firma Rhenac GreenTec AG haben die TUM-Wissenschaftler auf Basis ihrer Messdaten ein LED-Rasenbelichtungssystem entwickelt. Es beleuchtet die stark beanspruchten Sport-Rasenflächen klimaspezifisch mit dem jeweils optimalen Lichtspektrum - bei hoher Qualität und abhängig von den gegebenen Standortfaktoren wie dem natürlichen Lichtangebot (je nach Architektur des Stadions) oder der Jahreszeit.
Das Verfahren nutzt die Wirkung unterschiedlicher Lichtspektren auf spezifische Prozesse sowohl im Primär- als auch im Sekundär-Stoffwechsel der Gräser und auf deren Verknüpfungen.

Induktion von Pflanzenhormonen


Gemeinsam mit Kollegen vom Fachgebiet Obstbau fanden die Dürnaster Wissenschaftler, dass nach einer Bestrahlung mit blauem Licht die Graspflanzen spezifische Polyphenole produzieren. Das führt zu einer Induktion von Pflanzenhormonen, in deren Folge die Gräser sich stärker verzweigen, Chlorophyll anreichern und die Zellwandstrukturen stärken. Ferner lässt sich mit der Auswahl spezifischer Lichtspektren die juvenile Phase der Rasen-Aussaat verkürzen, so dass die Grasnarbe schneller widerstandsfähig wird.
Der Einsatz dieser neuen Licht-Technologie wird von Wissenschaftlern des Gewächshauslaborzentrums am WZW auch weiter wissenschaftlich begleitet; die Ergebnisse der Untersuchungen fließen in die Weiterentwicklung der Technologie ein. Mobile Beleuchtungseinheiten werden schon heute in der Münchner Allianzarena und im Franz-Kremer-Stadion in Köln erfolgreich verwendet.


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