Zwei Projekte der Universität Leipzig setzten sich im Wettbewerb um innovative Lehrkonzepte durch

Mit einem „Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre" unterstützt die Joachim Herz Stiftung gleich zwei Projekte der Universität Leipzig: Das Projekt „Forschend Lernen: Vom Praxisproblem über das Untersuchungsdesign zum Erkenntnisfortschritt" vom Institut für Wirtschaftspädagogik sowie das „Train the Trainer - Neue Wege in der medizinischen Ausbildung", ein gemeinsames Projekt der fakultätsübergreifenden Tutor/Innen-Qualifizierung der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät sowie der LernKlinik der Medizinischen Fakultät.


Beide Projekte setzten sich in einem Feld von 181 Bewerbungen auf insgesamt 16 Fellowships (als gemeinsames Programm der Baden-Württemberg-Stiftung, der Joachim Herz Stiftung und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft) durch und werden jeweils mit 50.000 Euro gefördert.

"Forschend Lernen" am Institut für Wirtschaftspädagogik

Das Projekt "Forschend Lernen", geleitet von Fritz Klauser und Juliana Schlicht, widmet sich dem praxisorientierten Lernen mit verschiedenen Methoden.
"Im Projekt lernen Studierende insbesondere aus den wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor-, aber auch den Masterstudiengängen das wissenschaftliche Arbeiten, das heißt, sie definieren und lösen komplexe, praxisrelevante Forschungsprobleme gemeinsam mit Experten aus Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung und der Universität. Dazu dienen unterschiedliche Organisationsformen - ein Marktplatz, eine Werkstatt, ein Labor und ein Transferstudio - sowie verschiedene Methoden (u. a. Disputation, Exploration, Exposition, Reciprocal Teaching, Leittextmethode, Mentoring), die in das Lehrprogramm implementiert werden", erklärte Juliana Schlicht den Ansatz.
Im Zuge des problembasierten forschenden Lernens erwerben und verknüpfen die Studierenden zum einen Wissen und Können aus unterschiedlichen Disziplinen. Darüber hinaus lernen die Studierenden, Verantwortung für den Lehr-Lern- und Studienprozess, für Teamarbeit und im Team erarbeitete Lösungen zu übernehmen sowie das Lernen anderer Studierender zu begleiten und zu unterstützen.

"Train The Trainer - Neue Wege in der medizinischen Ausbildung"

Auch die Fakultätsübergreifende Tutor/innen-Qualifizierung der Universität Leipzig erhält ein Fellowship der Joachim Herz Stiftung für Innovationen in der Lehre, gleichfalls mit 50.000 Euro dotiert. Hier hat das gemeinsam mit der LernKlinik der Medizinischen Fakultät entwickelte Konzept zur Tutorenausbildung den Zuschlag erhalten: "Unser Train-the-Trainer-System hat eine eigenständige Qualifizierung von angehenden durch erfahrene Tutor/innen zum Ergebnis und ermöglicht den nachhaltigen Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen den Generationen von Tutor/innen", erklärt die Koordinatorin dieses Projekts Stefanie Wiemer. Bei diesem Konzept wird ein Student zunächst zum Tutor ausgebildet und als erfahrener Tutor zum Ausbilder neuer Tutoren. So könnten Tutoren nicht nur gezielter das Lernen ihrer Kommilitonen fördern, sondern erwerben, systematisch in ihrer Tätigkeit angeleitet und begleitet, Schlüsselkompetenzen für das spätere Berufsleben. "Resultierend vollzieht das Train-the-Trainer-System den im Bologna-Prozess und im hochschuldidaktischen Diskurs geforderten "shift from teaching to learning" im doppelten Sinne - Lehre wird für Studierende und Tutor/innen verstärkt am Lernen und Kompetenzerwerb ausgerichtet", so Wiemer.

 
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