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Zur Ästhetik des französischen Schriftstellers Michel Butor
14 September 2011 - UNI-HEIDELBERG
Die ästhetik des französischen Schriftstellers Michel Butor steht im Mittelpunkt eines internationalen Kultur-Literatur-Kolloquiums, zu dem das Romanische Seminar der Universität Heidelberg vom 21. bis zum 23. September 2011 einlädt. Wissenschaftler aus Europa und Südamerika werden sich in zwanzig Vorträgen mit verschiedenen Formen seines literarischen und künstlerischen Werks auseinandersetzen. Anlass der interdisziplinären Tagung mit dem Titel „Michel Butor und die Künste. Les graphies du regard – Graphien des Blicks“ ist der 85. Geburtstag des Schriftstellers, der an der Veranstaltung in Heidelberg teilnehmen wird und aus seinen Werken liest.
„Charakteristisch für das umfangreiche Werk Butors ist der darin zutage tretende ästhetische Blick, der die Welt für einen Augenblick zeichenhaft neu ordnet. Literatur, Musik, Malerei, Architektur, Photographie verbinden sich zu visionären Wirklichkeiten. Was Butor in den Blick nimmt, das beginnt zu sprechen, zu klingen, zu leuchten“, erläutert Christof Weiand vom Romanischen Seminar, der mit seinem wissenschaftlichen Team die Tagung initiiert hat. Das Kolloquium widmet sich der Butor’schen ästhetik „an den Schnittstellen von Sehen, Lesen, Schreiben und Deuten“, so der Heidelberger Literaturwissenschaftler. Das Programm der Tagung umfasst Beiträge zu Butors Romanwerk, seiner Lyrik, seinen kunst- und musikästhetischen Essays sowie zu seiner künstlerischen Produktion, etwa in Form von Text- und Bild-Montagen.
Michel Butor wurde 1926 in Mons-en-Barœul bei Lille geboren. Sein Studium der Philosophie, der klassischen Philologie und der Belles-Lettres absolvierte er an der Sorbonne in Paris. Danach war er als Lektor für Französisch tätig unter anderem in ägypten, Griechenland und in Großbritannien. Von 1975 bis 1991 lehrte er französische Literatur an der Universität Genf. Sein literarisches Debüt erfolgte 1954 mit dem Roman „Passage de Milan“. Für „La Modification“ (1957) erhielt er den renommierten Prix Renaudot. Mit diesem Roman zählt Butor zu den Begründern des „Nouveau Roman“. Im Oktober 2010 erschien in Paris der zwölfte und letzte Band der „Œuvres Complètes“, herausgegeben von Mireille Calle-Gruber.
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Die öffentliche Lesung von Michel Butor findet am Freitag, 23. September 2011, um 17.00 Uhr in der Victor-Hugo-Bibliothek des Romanischen Seminars (Seminarstraße 3) statt. Sie wird begleitet von einem Vortrag von Gerda Scheffel über die 50-jährige Zusammenarbeit Butors mit seinem deutschen übersetzer Helmut Scheffel. Der Eintritt ist frei. Das vollständige Programm des dreitägigen Kolloquiums ist im Internet unter der Adresse www.uni-heidelberg.de//rose/aktuelles/colloque_butor_2011.html abrufbar.
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