Wolfgang-Ostwald-Preis für Leipziger Physiker

Der Physiker Friedrich Kremer von der Universität Leipzig ist mit dem renommierten Wolfgang-Ostwald-Preis der Deutschen Kolloidgesellschaft ausgezeichnet worden. Der Professor vom Institut für Experimentelle Physik I erhielt die Ehrung am 6. September auf der gemeinsamen Konferenz der European Colloid and Interface Society (ECIS) und der Dt. Kolloidgesellschaft in Berlin. Mit dem Preis werden Kremers Verdienste auf dem Gebiet der Kolloidwissenschaft gewürdigt.


Diese höchste Auszeichnung der Kolloidgesellschaft wird aller zwei Jahre vergeben. Sie ist benannt nach dem deutschen Chemiker Wolfgang Ostwald, der zu den Gründern der Kolloidgesellschaft gehört und Sohn des Nobelpreisträgers Wilhelm Ostwald ist. Er definierte Kolloide als besondere Systeme, die kleine Partikel mit einer Größe zwischen einem Nanometer und 0,1 Mikrometer enthalten. Zum Vergleich, der Durchmesser eines Haares beträgt etwa 50 Mikrometer. Kolloide spielen in der Farben- und Pharmaindustrie eine ebenso wichtige Rolle wie bei der Entwicklung von Lacken für die Autoindustrie. Zudem tragen sie zu Zeit- und Kostenersparnis bei vielen chemischen Prozessen bei.
Kremer erhielt den Wolfgang-Ostwald-Preis für seine Grundlagenexperimente mit sogenannten optischen Pinzetten. Damit bezeichnet die Fachwelt fokussierte Laserstrahlen, mit denen die winzigen Kolloide bewegt werden. "Wir haben mit unseren Experimenten die Oberfläche von Kolloiden verändert", erklärt der Experte. Gemeinsam mit seinem Team hat er die Oberflächenwechselwirkungen von Kolloiden erforscht. Die daraus gewonnenen neuen Erkenntnisse könnten perspektivisch in der Wirkstoffforschung der Pharmaindustrie Anwendung finden. "Kolloide Systeme spielen in vielen Bereichen eine Rolle", sagte Kremer. Wissenschaftler seines Instituts erforschen unter anderem, wie mit Hilfe von Kolloiden die Wirksamkeit von Medikamenten für Alzheimer-Patienten verbessert werden kann.

 
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