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Weinlese mit Rektor Schiewer
25 August 2011 - UNI-FREIBURG

Weinlese mit Rektor Schiewer
Hans-Jochen Schiewer , Rektor der Universität Freiburg, wird bei der Weinlese mitmachen und lädt Sie ein, dabei zu sein und mit zu herbsten. Der Lohn der Arbeit: Ein zünftiges Winzervesper wartet auf Sie. Doch zuvor wird gelesen. Klaus Ruh , Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Ebringen („Winzerhof“ Ebringen), bei der die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg seit vielen Jahren Genossin ist, und Frank Küchlin, Lohnwinzer für alle Reblagen der Universität, werden Sie mit den Erntetechniken und dem Uni-Wein in einem Schnellkurs bekannt machen.
: Rektorat Fahnenbergplatz, 10.30 Uhr. Wir haben einen Kleinbus mit acht Sitzplätzen für Sie zur Verfügung. Sie können Ihren Wagen oder Ihr Fahrrad im Hof des Rektorats (Einfahrt mit Schranke in der Katharinenstraße) parken. Wir werden vor 14.00 Uhr wieder zurück sein.
Die Universität Freiburg hat aktuell Weißburgundertrauben und Spätburgundertrauben in ihren Reblagen. Daraus entsteht eine Palette von verschiedenen Weiß- und Rotweinen, Sekt sowie einem Weinbrand und einem Traubenbrand.
Die Weinlagen:
Freiburg-Munzingen (Freiburger-Kappellenberg) mit 1 Hektar, 17 Ar und 8 Quadratmetern
Pfaffenweiler (Pfaffenweiler-Batzenberg und Oberdürrenberg) mit 96 Ar und 38 Quadratmetern
Durch die Stiftungsverwaltung der Universität Freiburg werden zurzeit pro Jahr im Schnitt zwischen 5.000 und 6.000 Flaschen Wein vermarktet. Der Winzerhof Ebringen verkauft den Uni-Wein parallel. Hier werden circa zwischen 2.000 und 3.000 Flaschen Wein jährlich verkauft. Darüber hinaus wird der Wein bei Festlichkeiten der Universität ausgeschenkt.
Die Albert-Ludwigs-Universität baut seit 1984 eigenen Wein an. Der Weinbau hat bei der Universität Tradition. Sie war schon bei ihrer Gründung 1457 in den Besitz von Äckern, Vieh, Liegenschaften und Reben gekommen. Die Erträge ernährten die gesamte Universität. Da sich die Gewinne je nach Erntelage vermehrten oder verringerten, waren die Gehälter der Professoren von dem Ertrag, beispielsweise der Rebhänge, abhängig.
Wein war in der Zeit des Mittelalters kein Luxusgut. In den Studentenbursen gehörte er wie das Wasser zum Essen dazu. Der Weinentzug zählte für die damals 14- bis 16-jährigen Studenten zu den besonders harten Strafen, zum Beispiel für einen verbotenen Gang ins Wirtshaus „wo zügellose Völlerei von Säufern häufig anzutreffen ist", wie die Statuten berichten. Die Strafe folgte dann auf dem Fuß: „Die Sinne der Zöglinge unseres Hauses sollen durch Nüchternheit geschärft bleiben und zur Aufnahme und Bewahrung der Wissenschaften höchst fähig – bei Strafe des Weinentzugs auf eine volle Woche“, heißt es im Statutenbuch.
Auch Dozenten sprachen dem Wein beträchtlich zu. So ist überliefert, dass 1533 auf Grund der schlechten Kost in der Burse der Magister Johannes nach Rückkehr in die Burse sich dort als Schlaftrunk noch vier Maß Wein einschenken ließ. Nähere Angaben konnte er allerdings nicht mehr machen, da er bewusstlos aufgefunden wurde.
Das übermäßige Trinken ist wohl für das 16. Jahrhundert typisch und stand auch in Freiburg an der Tagesordnung. Schon zu Anfang des Jahres 1526 hatte der Stadtrat jedem berauschten Bürger eine Strafe von 1 Mark Silber angedroht und die Universität ersucht, bei den ihrigen dasselbe zu tun. Das hinderte die Studenten allerdings nicht daran, dass ihre „Weinkönige" mit ihrem eigenen Hofstaat und einer Musikkapelle in der Stadt umherzogen.
Die Tradition des Weinanbaus hat die Freiburger Universität 1984 mit dem Erwerb von Rebhängen wieder aufgegriffen. Zur Bezahlung ihrer Professoren wären die Erträge heute allerdings zu gering. Die Universität greift auf ihr Leistungsangebot in Forschung und Lehre zurück, um Studierenden und Dozierenden die Albert-Ludwigs-Universität „schmackhaft" zu machen.
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