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Wechselbeziehung zwischen jüdischer Überlieferung und deutscher Kultur
Mit dem Thema „Jüdische überlieferung – deutsche Kultur. Gelingen und Scheitern einer Wechselbeziehung“ beschäftigt sich eine Vorlesungs- und Dialogreihe, die im Wintersemester 2011/2012 an der Universität Heidelberg stattfindet. Veranstaltet wird sie von Dieter Borchmeyer, Germanist an der Ruperto Carola und Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. In Vorträgen von Borchmeyer und geladenen Wissenschaftlern sowie in Podiumsgesprächen, einer Lesung und einem Gesprächskonzert mit prominenten Künstlern werden verschiedene Aspekte des Themas beleuchtet. Zum Veranstaltungsprogramm gehört auch ein Schönberg-Symposium. Die Veranstaltungsreihe ist Teil der von der Manfred Lautenschläger-Stiftung initiierten „Heidelberger Vorträge zur Kulturtheorie“. Den Auftakt macht am 6. Dezember ein Vortrag von Borchmeyer zum Thema „Jüdische Emanzipation und deutsche Bildung – Ideal und Realität einer Beziehung“. Er findet in Hörsaal 14 der Neuen Universität statt und beginnt um 19 Uhr.
„Wir wollen die wechselseitige und so fruchtbare wie auch furchtbare Beziehung der deutsch-jüdischen Kultur an verschiedenen Beispielen aufzuzeigen“, erklärt Borchmeyer. So widmet sich ein Gesprächskonzert am 7. Dezember, an dem Shirley Brill, Soloklarinettistin in Daniel Barenboims „West-Eastern Divan Orchestra“, teilnimmt, dem Thema „Jüdisch-deutsches Identitätsprisma in der Musik“. Zu Gast ist auch der Schriftsteller Martin Walser. In einer Lesung und einem Podiumsgespräch am 25. Januar 2012 wird er über den jüdischen Anteil an der deutschen Geschichte sprechen und „eine Summe seiner so häufig angegriffenen Einsichten zu diesem Thema ziehen“, wie Borchmeyer erklärt. Am Tag zuvor, am 24. Januar, befasst sich die Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Kultur als Vorhof der Hölle“ mit dem Konzentrationslager Theresienstadt. In dem „Vorzeigelager“ der Nationalsozialisten entstanden poetische und musikalische Werke, die in Tonbeispielen zu hören sind. Weitere Vortragsthemen sind unter anderen „Die literarische Gestalt des Juden von Lessing bis Stifter“ sowie Bibelübersetzungen von Moses Mendelssohn und Martin Buber. An der Vortragsreihe beteiligen sich auch Wissenschaftler der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg.
Die Veranstaltungsreihe schließt am 7. und 8. Februar 2012 mit einem dem Komponisten Arnold Schönberg (1874 bis 1951) gewidmeten Symposium, an dem unter anderen der Heidelberger ägyptologe Jan Assmann und der Präsident der Hochschule für Musik und Theater München, Siegfried Mauser, teilnehmen. Im Rahmen des Symposiums findet auch zwei Konzerte statt, darunter die Aufführung des „Buchs der hängenden Gärten“ mit dem Bariton Christian Gerhaher und seinem Klavierbegleiter Gerold Huber.
Außerhalb dieser thematischen Reihe sind zudem zwei Sonderveranstaltungen geplant: Am 15. Dezember spielt der weltbekannte Organist Edgar Krapp zum Abschluss des Liszt-Jahres an der Orgel der Jesuitenkirche die drei großen Orgelwerke Franz Liszts. Am 20. Februar spricht der Dirigent Christian Thielemann mit Borchmeyer und Mauser über das Thema „Richard Strauss zwischen Tradition und Moderne“.
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