- Business - 17:00
Universität Würzburg im Aufwind - Medicine - 16:00
Zwei Heidelberger Wissenschaftler für den European Inventor Award vorgeschlagen - History - 16:00
Exzellenzkurse für Schüler - Business - 16:00
Starke Drittmittelbilanz 2011 - Medicine - 15:00
Lebensqualität nach Schilddrüsenkrebs - Media Sciences - 14:00
Medienpreis für Ali Samadi Ahadi - Administration - 12:00
Ausbau der Kooperation zwischen Berlin und St. Petersburg - History - 11:00
»Typogravieh Lebt 8/∞ – End of Line« in diesem Jahr mit Filmpremiere - Medicine - 10:00
Heigl- Preis für Psychotherapieforschung - Medicine - 10:00
Förderung für Leipziger Forschung zum erblichen Darmkrebs - Administration - 10:00
Alumni- Tag 2012: Themen und Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart - Medicine - 09:00
Die lange Geschichte der Fettsucht - Physics - May 24
Beim ,,Campus der Zukunft" der Universität Tübingen darf nicht zu klein gedacht werden - Physics - May 24
Eine Vielfalt an Ideen - Psychology - May 24
Vorbeugen statt strafen - Agronomy - May 24
Auszeichnung der Kieler Agrarwissenschaften geht an Rapszüchter
Administration
Chemistry
Mathematics
Physics
Computer Science
Environmental Sciences
Life Sciences
Medicine
Business
Law
Literature
History
Pedagogy
Social Sciences
Media Sciences
Arts
» » more
Warum Autan so erfolgreich gegen Mücken und andere Insekten wirkt

Der Wirkstoff DEET macht Insekten orientierungslos, indem er die Signalstärken ihrer Antennen verfälscht
DEET wird schon seit Jahrzehnten gegen verschiedene stechende und beißende Insekten erfolgreich eingesetzt. Wissenschaftler der Rockefeller Universität, New York, in Kooperation mit dem Max Planck Institut für chemische Ökologie, Jena, sind jetzt der Wirkungsweise von DEET (N,N-diethyl-meta-Toluamid) auf die Spur gekommen. Der Stoff blockiert nämlich nicht, wie lange vermutet, anlockende Duftsignale blutspendender Säugetiere, und er löst auch nicht ein aktives Fluchtverhalten von Mücken oder Fruchtfliegen aus. Seinen Siegeszug als Antimückenmittel konnte er antreten, weil er die Nervensignale von Geruchsrezeptoren unterschiedlicher Insektenarten individuell moduliert. Diese Proteine dienen der Wahrnehmung von speziellen Duftsignalen, an denen die Insekten ihren Wirt oder ihre Nahrungsquelle erkennen und gezielt dorthin fliegen. DEET verstärkt oder schwächt die durch einen Duftstoff ausgelösten Nervensignale je nach Art des Rezeptors und des stimulierenden Duftstoffes - mit der Folge, dass die Tiere die Orientierung verlieren.
Mit der jetzt erschienen Arbeit aus der Gruppe um die Neurobiologin Leslie Vosshall von der Rockefeller University, USA, konnte ein jahrzehntelanger wissenschaftlicher Diskurs auf diplomatischem Wege aufgeklärt werden. DEET, im Jahr 1946 als wirksames Mittel gegen Mückenstiche entwickelt und seitdem im weltweiten Einsatz, wirkt nämlich weder als Reizblocker noch als aktives „repellent“ (Abwehrstoff): Der für uns Menschen schwach riechende Stoff ist für Insekten sehr wahrscheinlich ein Verwirrstoff. In Kooperation mit Bill Hansson und Marcus Stensmyr vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena, die die Duftstoffanalytik durchgeführt haben, konnten die Wissenschaftler den Wirkmechanismus von DEET mittels moderner neuro-, molekularbiologischer und chemischer Verfahren aufklären.
Für ihre Experimente kam den Forschern die Anatomie des Geruchsapparats ein Stück weit entgegen. Die Antennen ihres Versuchsobjekts, der Fruchtfliege Drosophila melanogaster, besitzen in ihren Riechhärchen spezifische Geruchsrezeptoren, die sich in der Zellmembran einer dazugehörigen Nervenzelle befinden. Mindestens zwei solcher Zellen sind in einem Riechhärchen verborgen. In den Versuchen wurden die elektrischen Signale je einer Nervenzelle gleichzeitig aufgenommen und miteinander verglichen. Bei Zugabe eines ausgesuchten Duftstoffs, beispielsweise Linalool, stellten die Forscher dann fest, dass DEET die Nervenzelle im Riechhärchen mit dem Rezeptor Or59b stimuliert und parallel die mit dem Rezeptor Or85a hemmt.
Insgesamt verglichen die Wissenschaftler die Reaktionen von vier Nervenzellen in Riechhärchen auf zehn verschiedene Duftstoffe. Bis auf drei reagierten alle untersuchten Nervenzellen abhängig von der Konzentration der Gerüche in der Umgebung unterschiedlich im Beisein von DEET. In Abwesenheit eines Duftstoffes wirkte DEET hingegen so gut wie gar nicht. Der Stoff verändert somit die "mentale Duftkodierung" der Tiere, die demzufolge nicht mehr gezielt, sondern verwirrt reagieren.
Um den Wirkmechanismus von DEET zu entschlüsseln, analysierten die Forscher den Rezeptor Or59b genauer und verglichen die Duftreaktionen von 18 an verschiedenen Orten der Welt gesammelten Fruchtfliegen miteinander. Diese reagierten ähnlich wie der Laborstamm - bis auf einen gegenüber DEET unempfindlichen Stamm aus Brasilien, der gegenüber bestimmten Düften andere Aktivierungsmuster zeigte. Das Or59b kodierende Gen aus dem südamerikanischen Stamm weist im Vergleich zum Gen des Laborstammes mehrere Abweichungen in den abgeleiteten Aminosäuresequenzen.
Die individuelle Untersuchung der einzelnen Aminosäureaustausche unter Einsatz von transgenen Fruchtfliegen zeigte, dass schon eine Veränderung von Valin nach Alanin im brasilianischen Stamm ausreichte, um die DEET-Wirkung aufzuheben - ein Beweis, dass der Stoff direkt mit einem Geruchsrezeptor interagiert und nicht mit ebenfalls im Rezeptorkomplex vorhandenen konservierten Untereinheiten wie beispielsweise Orco (olfactory receptor coreceptor). Weil das Repertoire an unterschiedlichen Geruchsrezeptoren in verschiedenen Insektenarten und deren Ökotypen groß ist, könnte hierin der Grund für das enorm breite Wirk- und Wirtsspektrum von DEET liegen.
JWK
Links
Max Plank SocietyLast job offers
- Law - 21.5
Doctoral Programme at the Law School of the University of Basel - Earth Sciences - 26.4
PhD Thesis in Geomicrobiology, Institute for Geosciences, University of Tübingen - Pedagogy - 24.5
Schulpädagogik (mit dem Schwerpunkten Schulforschung und Allgemeine Didaktik) - Pedagogy - 24.5
Professur für Erziehungswissenschaft (Allgemeine Pädagogik) - Business - 24.5
Juniorprofessur für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Advanced Business Analytics - Literature - 24.5
Universitätsprofessur für Deutsche Philologie (Neuere deutsche Literatur mit einem Schwerpunkt im Bereich... - Law - 24.5
Juniorprofessur für Bürgerliches Recht und ein Grundlagenfach - Computer Science - 24.5
Universitätsprofessorin / Universitätsprofessor, Fakultät für Angewandte Informatik



» Share this page: