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Unsterblichkeit durch Kokosnüsse

Nach dem großen Erfolg des Science-Slam-XXL im Jovel ist der wissenschaftliche Wettstreit am 1. September zurück in der Clubschiene. Foto: WWU
Radio Q: Fünfter Science Slam lockt am 1. September mit skurrilen Themen
Nach dem großen Erfolg des XXL-Science Slams im Juni kehrt die Veranstaltung zurück in die Clubschiene, Hafenstraße 64. Im Rahmen des Kulturfestivals Reset 3 kämpfen am Donnerstag, 1. September, ab 20.15 Uhr (Einlass: 19.30 Uhr) sechs münstersche Wissenschaftler um das goldene Gehirn - die Siegertrophäe. Der Eintritt kostet 3 Euro. Im Vorverkauf sind die Tickets in der Universitätsbuchhandlung Krüper in der Bäckergasse erhältlich.
1902 reiste August Engelhardt auf die Südsee-Insel Kabakon und gründete dort eine Sekte. Er vertrat die Überzeugung, dass sich Menschen durch den ausschließlichen Verzehr von Kokosnüssen und einen konsequenten Nudismus in unsterbliche Lichtwesen verwandeln, denen Sonnenstrahlen als einzige Nahrungsquelle genügen. Der sogenannte Kokovorismus August Engelhardts ist das wohl skurrilste Thema, das es beim Science Slam in Münster je gab. Der Geschichtsdoktorand Sebastian Huncke untersuchte in seiner Abschlussarbeit die Denkströmungen und Ideen hinter der Kokosnuss-Sekte. Mit seiner Forschung möchte er sich am Donnerstag gegen die fünf Mitbewerber durchsetzen und das goldene Gehirn gewinnen. Damit würde er sich für den Deutschlandslam am 19. November in Hamburg qualifizieren.
Die Veranstaltungen des Science Slam sind bei vielen Münsteranern zu festen Terminen im Kalender geworden. Kein Wunder, dass der Andrang, der seit vergangenem Donnerstag läuft, bereits groß ist. "Schon Wochen vorher haben die Kunden der Universitätsbuchhandlung Krüper mit den Füßen gescharrt und sich nach dem Start des Kartenverkaufs erkundigt", sagt Organisator Stephan Musholt vom Hochschulsender Radio Q. Das liegt möglicherweise auch daran, dass das Sitzplatzkontingent limitiert ist.
Nach dem XXL-Slam im Jovel ist der wissenschaftliche Wettstreit nun zurück in der kleineren Clubschiene. Eine Veranstaltung in der Größenordnung des XXL-Slams sei leider nur ein Mal im Jahr zu stemmen, betont Stephan Musholt. "Wir haben aber mit dem großen Erfolg im ausverkauften Jovel eine gute Bewerbung für den Deutschlandslam 2012 abgegeben". Nachdem die Austragung des diesjährigen Bundesfinales nur knapp nach Hamburg ging, möchte Münster es im kommenden Jahr noch ein Mal probieren.
Der Science Slam lebt nicht nur von skurriler Forschung und witzigen Präsentationen. Auch ernste Themen wie die Entführung von Jakob von Metzler sind Teil des Slams am kommenden Donnerstag. Der Politikwissenschaftler Christian Strippel möchte am Beispiel der bundesweiten Diskussion um die Legitimität von "Rettungsfolter" im Fall Daschner/Gäfgen zeigen, wie öffentliche Diskurse funktionieren. Weitere Themen des Abends sind neuartige Nano-Bluttests, tödlich wirkende Lebensmittel sowie eine neue Theorie zur Entstehung unseres Planeten.
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