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Universität Göttingen präsentiert neu erworbene Caesar-Büste
3. September 2010 - UNI-GOETTINGEN

Prof. Dr. Lothar Schruff, Sigrid Lüttge, Wolfgang Lüttge und Dr. Daniel Graepler vor dem „Caesar Farnese“ <a href=" Sie bitte hier, um das Bild in Druckqualität herunterzuladen. <a href=" Sie bitte hier, um das Bild in Druckqualität herunterzuladen.
(pug) Eine ganz besondere Attraktion erwartet die Besucher der Sammlung der Gipsabgüsse am Archäologischen Institut der Universität Göttingen ab sofort. Im Römersaal der Sammlung steht ein Gipsabguss des sogenannten „Caesar Farnese“, einer monumentalen Büste des römischen Feldherrn und Politikers Gaius Julius Caesar (100 bis 44 v. Chr.) aus dem Nationalmuseum in Neapel. Bei der Büste handelt es sich um eins von nur zwei erhaltenen Kolossalporträts des antiken Staatsmanns. Ermöglicht wurde der Kauf durch eine großzügige Spende der Göttinger Juweliere Sigrid und Wolfgang Lüttge an die Sammlung. Die Büste gehört zu den bekanntesten und eindrucksvollsten Bildnissen Caesars und war ursprünglich Teil einer Galerie von Kolossalstatuen römischer Herrscher auf dem Forum des Kaisers Trajan (53 bis 117 n. Chr.) in Rom. Dort wurde sie um 1550 entdeckt. Sie gelangte zunächst in die Sammlung der römischen Adelsfamilie Farnese, die später an das königliche Museum in Neapel verkauft wurde. Von besonderem historischen Interesse ist der Kopf auch deshalb, weil er erst 160 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des Dargestellten entstanden ist. Er zeugt damit von dem großen Ansehen, das Julius Caesar als Erster in der langen Reihe der „Caesaren“ während der ganzen römischen Kaiserzeit genoss. „Mit der Schenkung des Caesar Farnese setzt das Ehepaar Lüttge erneut ein Zeichen für seine enge Verbundenheit mit der Universität Göttingen. Das Archäologische Institut erhofft sich, dass die Initiative des großzügigen Stifterehepaares noch manchen potentiellen Förderer zur Nachahmung anregen möge“, so der Kustos der Sammlungen, Dr. Daniel Graepler. Unter dem Vorsitz von Sigrid Lüttge wurde 2005 bereits die Gauß-Kuppel-Gemeinschaft gegründet, die entscheidend zur Restaurierung der Historischen Sternwarte der Universität beigetragen hat. 2009 veranstaltete der Förderverein Göttingen Pro City e.V. ebenfalls auf Initiative seiner damaligen Vorsitzenden Sigrid Lüttge seinen Jahresempfang in der Sammlung der Gipsabgüsse und unterstützte damit die Öffentlichkeitsarbeit der Sammlung. Römische Porträts bilden seit langem einen Forschungsschwerpunkt des Archäologischen Instituts. Die Universität Göttingen besitzt heute eine der weltweit größten Sammlungen von Abgüssen antiker Porträts: Über 600 Köpfe, Büsten, Statuen und Reliefs bieten einen umfassenden Überblick über die Geschichte der antiken Bildniskunst von ihren Anfängen bis in die byzantinische Zeit. Unter der Adresse www.viamus.de ist die Sammlung auch vollständig im Internet vertreten. Der Caesar Farnese ist ab dem 5. September 2010 jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr im Rahmen der „Sonntagsspaziergänge“ im Römersaal der Sammlung der Gipsabgüsse, Nikolausberger Weg 15, zu sehen.
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