Universität Göttingen: Neues von der Weltmaschine

Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft – Pressegespräch am 29. Februar

(pug) An der Universität Göttingen findet vom 27. Februar bis zum 2. März 2012 die Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) statt. Damit wird Göttingen zum Treffpunkt der Teilchenphysik, Mathematischen Physik und Gravitationsforschung: Rund 1.400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt diskutieren über die neuesten Ergebnisse auf der Suche nach dem Higgs-Boson, den Stand der „Dunklen Materie“, die Oszillationen und Geschwindigkeit von Neutrinos, kosmische Strahlung und die Experimente am Europäischen Zentrum für Kern- und Teilchenphysik (CERN) in Genf. Neben der experimentellen Grundlagenforschung geht es dabei auch um aktuelle Entwicklungen in der Theoretischen und Mathematischen Physik.

Die Tagung findet im Rahmen des 275. Jubiläums der Universität Göttingen statt, wo ab den Zwanzigerjahren mit der Entwicklung der Quantenmechanik eine der Grundlagen der modernen Physik geschaffen wurde. Zu den Gästen der Frühjahrstagung zählen auch Nachkommen der damals in Göttingen tätigen Wissenschaftler, wie beispielsweise Jochen Heisenberg, Sohn des Nobelpreisträgers Werner Heisenberg, Gustav Born, Sohn des Nobelpreisträgers Max Born, und Elisabeth Raiser, Tochter von Carl Friedrich von Weizsäcker. Ebenfalls anwesend ist Henrik G. Bohr, Enkel des dänischen Nobelpreisträgers Niels Bohr.

Neben zahlreichen Fachvorträgen erinnert am Montag, 27. Februar, ein Gedenksymposium an die Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker und Victor Weisskopf, die beide entscheidende Phasen ihrer wissenschaftlichen Laufbahn in Göttingen verbrachten. Die Veranstaltung in Anwesenheit von Born und Raiser beginnt um 19 Uhr im Hörsaal des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstforschung, Bunsenstraße 10. Anschließend werden am ehemaligen Physikalischen Institut der Universität in der Bunsenstraße Gedenktafeln an Carl Friedrich von Weizsäcker und Victor Weisskopf enthüllt.

Komplexe Wissenschaft einem breiten und vor allem jungen Publikum zugänglich machen möchte das Studierenden-Netzwerk der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, die „junge DPG“, mit dem „EinsteinSlam“ am Dienstag, 28. Februar. Bei diesem Vortragswettbewerb hat jeder Teilnehmer zehn Minuten Zeit, um ein vorbereitetes Thema für Laien verständlich zu präsentieren. Am Ende entscheidet das Publikum, welcher Beitrag am lehrreichsten und vor allem am unterhaltsamsten war. Der EinsteinSlam beginnt um 21 Uhr im Foyer der Zentralmensa am Platz der Göttinger Sieben. Moderiert wird die Veranstaltung von DPG-Mitglied Boris Lemmer, Doktorand an der Universität Göttingen und Deutscher Meister 2011 im Science Slam. Der Eintritt ist frei.

Einen wissenschaftlichen Höhepunkt der DPG-Tagung bildet der Vortrag des amerikanischen Kosmologen Michael Turner von der University of Chicago. Turner ist einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Theoretischen Kosmologie. Er spricht am Mittwoch, 29. Februar, über die aktuelle Forschung im Bereich der „dunklen Materie“ und den Physik-Nobelpreis 2011. Sein Vortrag in englischer Sprache beginnt um 11.30 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude am Platz der Göttinger Sieben, Hörsaal 011.

In einem öffentlichen Abendvortrag spricht am selben Tag der Göttinger Teilchenphysiker und örtliche Tagungsleiter der DPG-Tagung Arnulf Quadt über seine Forschung am Europäischen Zentrum für Kern- und Teilchenphysik (CERN) in Genf. Sein Vortrag mit dem Titel „Dem Higgs-Boson auf der Spur – aktuelle Ergebnisse des Large Hadron Collider“ richtet sich an ein breites Publikum und beginnt um 19 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude, Hörsaal 009.

Ebenfalls am 29. Februar spielt das Deutsche Theater Göttingen ab 19.45 Uhr noch einmal das Stück „Kopenhagen“ über die Kernphysiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg und Niels Bohr. Im Anschluss findet im Deutschen Theater ab 21.30 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion zur Verantwortung der Wissenschaft statt. Daran nehmen unter anderem Bohr, Born, Heisenberg, Turner und Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel teil. Karten für die Aufführung sind im Deutschen Theater erhältlich, der Eintritt zur Podiumsdiskussion ist frei.

Sämtliche Informationen zur DPG-Frühjahrstagung sind im Internet unter der Adresse www.dpg-physik.de/presse/tagungen/2012/index.html zu finden.
 
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