
Dominante Affenmänner investieren in freundschaftliche Paarbeziehungen
Bei vielen Tierarten konkurrieren die Männer um weibliche Individuen. Während der Paarungszeit steigt ihr Testosteronspiegel, der aggressives Verhalten und maskulines Aussehen fördert. Bei den Bonobos hingegen wird viel in freundschaftliche Beziehungen zu den Weibchen investiert. Ein erhöhter Testosteronspiegel oder gesteigerte Aggressivität würden mit dem gesteigerten Paarbindungsverhalten kollidieren.
Bonobos gehören zu den nächsten Verwandten des Menschen. Wie andere Menschenaffen leben sie in Gruppen mit mehreren Männchen und Weibchen. Anders jedoch als bei anderen Menschenaffenarten sind die Männchen den weiblichen Gruppenmitgliedern nicht generell überlegen und können diese auch im Kontext von Paarungsverhalten nicht dominieren. Diese Konstellation lässt vermuten, dass die Selektion für typisch maskuline Verhaltensmuster wie Aggression, Dominanzstreben und intrasexuelle Konkurrenz von antagonistischen Kräften gesteuert wird: Zum einen ist es von Vorteil, wenn sich Männchen erfolgreich gegen gleichgeschlechtliche Konkurrenten durchsetzen. Dies impliziert jedoch gesteigerte Aggression und hohe Testosteronwerte bei ranghohen Männchen. Zum andern ist denkbar, dass wegen der ausgeglichenen Dominanzverhältnisse zwischen den Geschlechtern Männer eher von freundschaftlichen Beziehungen zu den Weibchen profitieren. Studien an Vögeln und Nagertieren zeigen, dass Paarbindungsverhalten sowohl mit verringerter männlicher Aggressivität als auch mit niedrigen Testosteronwerten einhergeht.





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