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Tübinger Krebsforscher erhält Stipendium für Onkologie
Renommiertes MSD-Stipendium 2011 geht an Sascha Venturelli für die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten zur Bekämpfung von soliden Tumorerkrankungen
Sascha Venturelli von der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen erhält für sein Projekt ,,Identifizierung und Charakterisierung von Therapie-induzierter Seneszenz in Tumorzellen nach Behandlung mit Histondeacetylase-Inhibitoren" das renommierte MSD-Stipendium 2011 für ,,Onkologie".
Die Entstehung und Ausbreitung bösartiger Tumoren sind hochkomplexe Prozesse, welche durch eine Vielzahl zellulärer Veränderungen charakterisiert sind. In diesem Zusammenhang gewinnt ein therapeutisch nutzbares Phänomen, das sich ,,zelluläre Seneszenz" nennt, immer mehr an Bedeutung. Unter Tumor-Seneszenz (wörtlich: "Alterung von Tumorzellen") versteht man einen Ruhezustand, in den Tumorzellen versetzt werden - und zwar in zeitlich unbegrenzter Weise. Dadurch werden Tumorzellen daran gehindert, sich weiter ungebremst auszubreiten und, als Folge, Tochtergeschwülste zu bilden.
Seit einiger Zeit sind in der Krebsforschung Wirkstoffe bekannt, die in der Lage sind, in Tumorzellen gezielt Seneszenz zu induzieren. Man spricht dann von Therapie-induzierter Seneszenz (TIS). Dieser Seneszenz-Zustand stellt einen völlig neuen Ansatz dar, der helfen könnte, die weitgreifenden Folgen einer Krebserkrankung zu vermeiden.
Sascha Venturelli arbeitet als wissenschaftlicher Assistenzarzt an der Abteilung Innere Medizin I der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen in der Arbeitsgruppe von Professor Ulrich Lauer und Professor Michael Bitzer. Im Mittelpunkt seiner Forschungen steht dabei die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten zur Bekämpfung von soliden Tumorerkrankungen. Sascha Venturelli beschäftigt sich dabei speziell mit der therapeutisch intendierten zellulären Seneszenz oder TIS. Mit dem renommierten MSD-Stipendium kann Sascha Venturelli nun neue Techniken und Methoden der TIS-Charakterisierung in auswärtigen Forschergruppen kennenlernen, das Erlernte an das Universitätsklinikum Tübingen transferieren und hier für die Patientenversorgung verfügbar machen. In der Perspektive soll dieser spannende Wirkmechanismus dann im Rahmen Klinischer Studien getestet werden und somit in breiter Weise in translationalen onkologischen Therapieansätzen Eingang finden.
MSD gehört zu den führenden forschenden Pharmaunternehmen, die Stipendien werden jährlich vergeben und sind mit 12.000 Euro dotiert.
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