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Tübingen und die Kulturforschung
38. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde an der Universität ehrt Hermann Bausinger. Studierende gestalten Ausstellung im Haspelturm: ,,Kultur revisited. Ein Institut stellt sich aus."
Vom 21. - 24. September 2011 findet in Tübingen auf Einladung des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft der 38. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde zum Thema ,,Kultur_Kultur. Denken, Forschen, Darstellen" statt. Mehr als 500 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland und zahlreiche Studierende werden erwartet.
Die Deutsche Gesellschaft für Volkskunde freut sich, dass sie in Tübingen tagen kann - denn die hiesige Empirische Kulturwissenschaft hat wesentlich zur Entwicklung und zur Modernisierung des Faches Volkskunde beigetragen. Von der Empirischen Kulturwissenschaft in Tübingen ausgehend, hatte sich seit den 1960er Jahren in Deutschland ein Kulturbegriff durchgesetzt, der um die Alltagsdimension erweitert war und heute Gemeingut der Kulturwissenschaft wie auch der Öffentlichkeit ist. Beim Kongress werden mehr als100 Referentinnen und Referenten eine Bilanz zu dieser Entwicklung ziehen. Zudem beleuchten sie näher aktuelle Kultur-Begriffe in Forschung, Gesellschaft und Museen: Vom ,,Weltkulturerbe" über die Kulturalisierung der Migrationsdebatte bis hin zur künstlerischen Reflexion.
Veranstaltungen für die Öffentlichkeit
Der Kongress ist eine wissenschaftliche Fachtagung, bietet aber auch interessante Programmpunkte für die Öffentlichkeit an: Am Freitag, 23. September 2011 (11.45-12.45 Uhr, Audimax) spricht Bernhard Tschofen zum Thema ,,Selbstbeschreibungen beschreiben? Zur Kulturanalyse des Kulturgebrauchs". Ebenfalls am Freitag (20.00 Uhr, Audimax) findet eine Vorlesung zu Ehren des Tübinger Kulturwissenschaftlers Hermann Bausinger statt, der im September seinen 85. Geburtstag feiert. Barbara Kirshenblatt-Gimblett (New York/Warschau) spricht über ,,Beyond Representation: The Museum as Medium and Cultural Agent". Im Anschluss wird zu einem kleinen Empfang gebeten.
Weitere Vorträge:
- Rolf Lindner (Berlin): ,,Zwei oder drei Dinge, die ich über Kultur weiß. Eine Reprise"
- Andreas Reckwitz (Frankfurt/Oder): ,,Kulturtheorien im Zeitalter ihrer Materialisierung"
- Sabine Kienitz (Hamburg): ,,Helden des Alltags? Konzepte und Konzeptionalisierungen historisch-kulturwissenschaftlicher Arbeit"
- Beate Binder (Berlin): ,,Grenzüberschreitungen: Kultur als Wissensgenerator und Argumentationsstrategie in der feministischen Kulturwissenschaft"
- Paul Rabinow (Berkeley): ,,On the anthropology of the contemporary"
Kunst und Theater:
Am Donnerstag, 22. September (19.30 Uhr), findet auf der Werkstatt-Bühne des Landestheaters Tübingen eine szenische Lesung zum Thema ,,Wissenschaft und Theater" statt, mit anschließender Podiumsdiskussion (ca. 21.00 Uhr).
Ein Institut stellt sich aus: ,,Kultur revisited" im Haspelturm
Im Haspelturm des Schlosses Hohentübingen zeigen Studierende eine Ausstellung zur Geschichte des Ludwig-Uhland-Instituts: ,,Kultur revisited. Ein Institut stellt sich aus". Der Blick zurück zeigt, dass die prominente Stellung von ,,Kultur" eng mit der Entwicklung des ,,Vielnamenfaches" Volkskunde / Europäische Ethnologie / Kulturanthropologie / Empirische Kulturwissenschaft verbunden ist. In der Auseinandersetzung mit den fraglich gewordenen Konzepten dieses Faches wurde seit den 1960er Jahren der Kulturbegriff erweitert und so die Grundlage für eine breit gefasste Kulturanalyse gelegt. Das Tübinger Ludwig-Uhland-Institut war zentral für diese Entwicklung. Seine 1971 erfolgte Umbenennung in ,,Empirische Kulturwissenschaft" schrieb Kultur nicht nur im Institutsnamen programmatisch fest, sondern machte sie selbst zu einem zukunfts-weisenden Gegenstand. Ausstellungsbesucher erhalten eine Begleitbroschüre gratis. Öffnungszeiten während des Kongresses: Mittwoch, 10.00-17.00 Uhr; Donnerstag und Freitag 10.00-19.30 Uhr, Samstag,10.00-17.00 Uhr. Bis zum 25. November 2011 gelten die Öffnungszeiten des Instituts (Montag bis Donnerstag, 9.00-17.00; Freitag 9.00-15.00 Uhr).
Sie finden das komplette Programm unter www.kulturkongress-tuebingen.de oder als Datei im Anh
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