TU München vergibt erste Freisemester für Lehre

Foto: Andreas Heddergott / TU München

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Die Technische Universität München (TUM) hat die ersten Freisemester für Lehre vergeben. Sie schafft den Wissenschaftlern damit Freiraum, kreative Lehrkonzepte zu verwirklichen. Der Informationstechniker Klaus Diepold wird Lehrveranstaltungen vorbereiten, in der die Studierenden in Teams eigenständig konkrete Probleme in der digitalen Bildverarbeitung lösen. Die Didaktikerin Kristina Reiss und der Mathematiker Jürgen Richter-Gebert werden ein Buch für Lehramtsstudenten schreiben, das den Alltagsbezug von Mathematik verdeutlicht und so schon Erstsemester auf die Vermittlung mathematischen Fachwissens in der Schule vorbereitet. Das Lehrangebot wird während der Freisemester nicht geschmälert, sondern mit aus Drittmitteln finanzierten Lehraufträgen gesichert.


Fachwissen selbst erarbeiten und gleichzeitig Fähigkeiten für den Beruf wie Teamarbeit und Präsentationstechnik lernen - das will Klaus Diepold seinen Studierenden ermöglichen. In seinen Seminaren zur digitalen Bildverarbeitung werden die angehenden Elektro- und Informationstechniker beispielsweise 3D-Filme produzieren oder Software für deren Herstellung entwickeln. Es wird keine Aufgaben geben, bei denen theoretisches Wissen nur reproduziert wird. Stattdessen werden schon die Bachelorstudierenden vor reale Probleme gestellt, für die es keine Musterlösung gibt. Dabei werden sich die Nachwuchsingenieure auch gegenseitig unterrichten, indem sie etwa wie auf wissenschaftlichen Kongressen ihre Erkenntnisse auf Postern präsentieren. Durch die Teamarbeit sollen sie zudem für das Berufsleben wichtige Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit erwerben. In seinem Freisemester will Diepold vor allem ein begleitendes Handbuch schreiben und Software-Werkzeuge für die Lehrveranstaltungen entwickeln.

Die fachwissenschaftliche und die didaktische Ausbildung angehender Mathematiklehrer stärker miteinander verknüpfen wollen Kristina Reiss und Jürgen Richter-Gebert mit ihrem Lesebuch der Linearen Algebra. Denn das Fachwissen, das die Studierenden an der Universität lernen, müssen sie später in ganz anderer Form den Schülern beibringen. Beispielsweise kann eine Theorie an verschiedenen Stellen im Mathematikunterricht zum Tragen kommen, ohne aber selbst explizit Unterrichtsinhalt zu sein. Reiss und Richter-Gebert werden vor allem die Rolle der Mathematik im (Schul-)Alltag aufzeigen, geschichtliche Entwicklungen in der Mathematik beleuchten sowie ästhetische und spielerische Aspekte einbeziehen und so gleichzeitig Fachwissen erklären und Möglichkeiten für dessen Vermittlung aufzeigen. Die Zielgruppe der Erst- und Zweitsemester soll das Buch im Gegensatz zu manch anderer Mathematikpublikation gerne lesen.

Die TUM setzt für die Lehraufträge, die während der Freisemester das Lehrangebot sicherstellen, Gelder aus dem Wettbewerb ‘Exzellente Lehre? der Kultusministerkonferenz und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft ein. Da sie zuletzt ebenfalls beim ’Qualitätspakt Lehre’ des Bundes und der Länder erfolgreich war, kann sie auch künftig Freisemester ermöglichen, um Ideen mit Vorbildcharakter zu fördern.
 
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