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Trilaterale Forschung
Kooperationsprojekt zwischen Biologen aus Deutschland, Israel und Ägypten / Auftakttreffen an der Universität Münster
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt ein neues trilaterales Forschungsprojekt, an dem Biologen aus Israel, Ägypten und Deutschland beteiligt sind. Unter der Leitung von Bettina Tudzynski vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen (IBBP) der Universität Münster untersucht die Forschergruppe die molekularen Mechanismen, die bei durch Pilze verursachten Pflanzenkrankheiten eine Rolle spielen. Ziel ist die Entwicklung alternativer Bekämpfungsstrategien. Die Projektpartner sind noch bis Mittwoch, 14. Dezember, für ein dreitägiges Auftakttreffen an der Universität Münster.
Im Mittelpunkt stehen Schimmelpilze der Gattung Fusarium. Sie verursachen unter anderem erhebliche Schäden im Mais-, Reis- und Mango-Anbau. Ein Schwerpunkt der Kooperation liegt auch auf der Ausbildung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. So weisen Wissenschaftler in Münster beispielsweise Master-Studenten aus Ägypten sowie Doktoranden aus Tel Aviv in molekulare Techniken ein, und in Israel werden gemeinsame Technologie-Transfer-Workshops durchgeführt. Die deutschen Wissenschaftler haben neben der Koordinierung dabei aktuell auch eine vermittelnde Funktion, da seit dem "arabischen Frühling" gegenseitige Besuche israelischer und ägyptischer Wissenschaftler und Studierender nur sehr eingeschränkt möglich sind.
Das sogenannte trilaterale Programm der DFG soll einen Beitrag leisten zur langfristigen Etablierung von Forschungskooperationen zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn. Bisher gibt es ausschließlich Projekte mit palästinensischen Universitäten. Mit dem neuen Projekt, das zunächst für zwei Jahre gefördert wird, ist es zum ersten Mal gelungen, auch ägyptische Partner mit ins Boot zu holen. Beteiligt sind – neben den Münsteranern – Wissenschaftler der Universität Tel Aviv und des Agrarforschungszentrums "Volcani Center" in Beth Dagan (Israel), der Universität Kairo (Ägypten) und des Helmholtz-Zentrums (Institute of Bioinformatics and Systems Biology) in München.
Neben der Bewilligung des neuen Forschungsvorhabens stellt die DFG auch Mittel für ein weiteres trilaterales Projekt zur Verfügung: Ein bereits seit 2007 etabliertes Forschungsprojekt unter Leitung von Paul Tudzynski (IBBP) mit Partnern aus Palästina (Universität Hebron) und Israel (Universität Tel Aviv) wird bis 2013 verlängert. Dabei steht der Grauschimmel Botrytis cinerea im Fokus, der besonders bei Gewächshauskrankheiten und im Weinanbau im Nahen Osten ein erhebliches Problem darstellt. Insgesamt stellt die DFG für beide Projekte für die nächsten zwei Jahre etwa 800.000 Euro zur Verfügung.
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