Symposium befasst sich mit Sprache und Kommunikation

Das 1. Leipziger Frühjahrssymposium "Sprache & Kommunikation" findet am 16. Juni im Hörsaalgebäude der Universität Leipzig am Augustusplatz mit dem Thema "Fokus Pragmatik" statt. Es befasst sich mit unterschiedlichen Aspekten sprachlichen Handelns. Dazu werden 80 Wissenschaftler, Therapeuten und Pädagogen aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz nach Leipzig kommen.


Sprachliches Handeln ist vielfach geprägt vom Umgang mit Mehrdeutigkeiten, mit scheinbar unzureichender oder gar unpassender Information - und doch verstehen sich Sprecher und Hörer meist scheinbar problemlos, erklärt Christian Glück, Professor für Sprachbehindertenpädagogik an der Universität Leipzig. Dazu tragen ihm zufolge Fähigkeiten bei, die als Pragmatik in einem Zweig der Sprachwissenschaft erforscht werden und in Diagnostik und Intervention bei Kindern und Jugendlichen mit Sprachstörungen bislang vernachlässigt wurden.

Mit dem Frühjahrssymposium Sprache und Kommunikation verfolgen Glück und sein Team vom Bereich Sonderpädagogik im Förderschwerpunkt Sprache und Kommunikation das Ziel, aktuelle Themen aus den Bereichen Sprachdiagnostik, Sprachförderung und Sprachtherapie mit Wissenschaftlern und Praktikern interdisziplinär zu diskutieren und weiterzuentwickeln."Um den normalen und gestörten Spracherwerb besser zu verstehen und Kinder besser sprachlich fördern zu können, müssen wir das Wissen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen zusammenbringen. Der Standort Leipzig bietet hierfür besondere Chancen", sagt Glück.

Zum diesjährigen Thema Pragmatik referiert Jörg Meibauer von der Universität Mainz über die sprachwissenschaftlichen Grundlagen der Entwicklung pragmatischer Fähigkeiten, bevor mit zwei Vorträgen die Pole der Entwicklungsvarianz pragmatischer Fähigkeiten markiert werden. Anna Runge vom Institut für Germanistik der Universität Hamburg berichtet aus ihren Studien zum Dialogverhalten von "ganz normalen" Grundschulkindern. Im Kontrast dazu stellt Martin Degener von der Autismusberatungsstelle Erfurt pragmatische Aspekte der besonderen sprachlichen und nichtsprachlichen Kommunikation von Menschen mit Autismus vor.

Im sprachpathologischen Kontext und in den Anwendungsbereichen der Sprachdiagnostik und Sprachtherapie finden pragmatische Phänomene bisher wenig Beachtung. Die beiden Vorträge von Claudia Wirts vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München sowie Stephan Sallat und Markus Spreer vom Institut für Förderpädagogik der Universität Leipzig erschließen Forschungsarbeiten zu unterschiedlichen Beobachtungsinstrumenten. Therapeutische Ansätze in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit pragmatischen Beeinträchtigungen werden vorgestellt von Andrea Dohmen, University of Oxford, und von Bettina Achhammer von der Universität München. Im abschließenden Vortrag lenkt Richard Moore vom Max-Planck-Institut für Anthropologie Leipzig den Blick wieder zurück auf die Grundlagen, indem er anschaulich über seine Forschung zur kooperativen Kommunikation bei Primaten aus dem Pongoland im Leipziger Zoo berichtet.

Weitere Infos sind unter www.symposium-sprache-kommunikation.de und an der Tageskasse erhältlich.

 
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