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,,Sterben lassen" -
Entscheidungen am Ende des Lebens
Sterben müssen wir noch immer alle - wenn auch anders als früher. Der Tod tritt immer seltener unverhofft auf: Dank der modernen Medizin sterben in den industrialisierten Ländern zwei Drittel aller Menschen nicht mehr unerwartet, sondern absehbar und unter ärztlicher Begleitung. Der LMU-Mediziner Ralf J. Jox geht in seinem neuen Buch ,,Sterben lassen. Über Entscheidungen am Ende des Lebens" jenen Fragen nach, die sich aus dieser neuen ,,Sterbepraxis" ergeben. Denn vielfach finden sich Ärzte und Angehörige vor die Entscheidung gestellt, ein Sterben zuzulassen, wo eine medizinische Intervention vielleicht noch möglich, aber nicht mehr sinnvoll ist. Jox schreibt in seinem Buch von der Angst der Betroffenen - und wer gehörte in der einen oder anderen Rolle nicht dazu? - sowie die Selbstbestimmung im Sterben. Er skizziert die rechtliche Situation, die ärztlichen Indikationen sowie Suizid und Suizidhilfe wie auch die klinische Ethikberatung. Ausführlich geht der Mediziner, der selbst in diesem Bereich gearbeitet hat, auf die Palliativversorgung in Deutschland ein, also jene Medizin am Lebensende, die nicht auf ein Heilen ausgerichtet ist, sondern auf ein Sterben ohne allzu großes Leiden. ,,Wir alle stehen vor der Notwendigkeit, über das Wann und Wie des Sterbens zu entscheiden - und das nicht nur uns selbst, sondern, vielleicht mehr noch, andere betreffend", sagt Jox. ,,Es mag darum gehen, ob die demenzkranke Großmutter noch eine Magensonde bekommt, ob der herzkranke Ehemann noch eine riskante Herzkatheter-Therapie erhalten oder gar das eigene Kind nach einem schlimmen Verkehrsunfall weiter maschinell beatmet werden soll." Für ein verantwortungsvolles Entscheiden in diesen Fällen soll sein Buch nun das Rüstzeug liefern. (suwe)
Publikation:
,,Sterben lassen. Über Entscheidungen am Ende des Lebens"
Ralf J. Jox
Edition Körber Stiftung, 268 Seiten, Oktober 2011
ISBN: 978-3896840875
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