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Sprachgrenzen im Kopf
14 December 2011 - UNI-FREIBURG

Sprachgrenzen im Kopf
Östlich und westlich des Rheins sprechen Menschen Alemannisch. Doch viele Elsässer sind der Meinung, dass Elsässisch heute eine französische Regionalsprache sei, die mit Deutsch nichts zu tun habe. Das Alemannische, so wie es in Deutschland gesprochen wird, sehen sie hingegen als einen deutschen Dialekt. Das erzeugt eine mentale Kluft an der Staatsgrenze: Es ist keineswegs mehr selbstverständlich, dass man sich traut, mit dem eigenen Dialekt auf der anderen Seite der Grenze ein Gespräch zu beginnen. Stellt der Raum östlich und westlich des Rheins also noch wie traditionell angenommen eine Dialektlandschaft dar? Und welche Bedeutung kommt der Staatsgrenze zwischen dem Elsass und Baden-Württemberg als Sprachgrenze zu? Das will ein Team von deutschen und französischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erforschen. 2012 beginnt das Projekt unter der Leitung des Freiburger Linguisten Peter Auer und Dominique Huck vom Institut de Dialectologie der Universität Straßburg/Frankreich.
Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und ihrem französischen Pendant, der Agence nationale de la recherche, gefördert und soll mit der Lehre verknüpft werden: Studierende des Masterstudiengangs „Germanistische Linguistik“ an der Universität Freiburg haben die Möglichkeit, im Rahmen eines Praktikums im Bereich „Sprachvariation und Wandel“ an der Untersuchung mitzuarbeiten. Dabei betreten sie wissenschaftliches Neuland: Zum ersten Mal arbeiten Dialektologinnen und Dialektologen aus Deutschland und Frankreich zusammen, um die Veränderungen in der Dialektlandschaft am Oberrhein zu erforschen.
Der Masterstudiengang „Germanistische Linguistik“ bietet den Studierenden die Möglichkeit, ihr Wissen zu vertiefen und sich zu spezialisieren auf den Gebieten „Grammatik und Kognition“, „Text und Interaktion“ oder „Sprachvariation und Wandel“– den Schwerpunkten, in denen die Germanistik in Freiburg besonders stark in Forschung und Lehre vertreten ist. Der Fokus der Analyse liegt auf der deutschen Sprache. Das Studium sieht jedoch vor, dass die Studierenden über ihre Fachgrenze hinausschauen und Veranstaltungen anderer linguistischer Fächer der Philologischen Fakultät, zum Beispiel aus der Anglistik, Romanistik oder Skandinavistik besuchen. Ergänzt wird das Studium durch eine linguistische Methodenausbildung sowie durch die Möglichkeit, die erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen in einem Praktikum anzuwenden.
Der Masterstudiengang ist auf vier Semester angelegt. Zulassungsvoraussetzung ist ein Abschluss in einem philologischen Bachelorstudiengang mit linguistischem Schwerpunkt. Bewerbungsschluss ist der 15. Januar 2012.
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