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Spitzenforschung in Zement gegossen

Walther Pelzer (NRW-Wissenschaftsministerium), Rektorin Ursula Nelles, Rainer M. Kresing, Thomas Robbers, Harald Fuchs und Oberbürgermeister Markus Lewe weihten das CeNTech II an der Heisenbergstraße ein (v. l.). Foto: WWU - Peter Grewer
CeNTech II in Münster eröffnet / WWU investiert in die technische Ausstattung
"Dieses neue Gebäude ist ein echter Gewinn für alle", betonte Ursula Nelles, Rektorin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), bei der Einweihung des Zentrums für Nanotechnologie (CeNTech) II am Freitagmorgen, 13. Januar, in Münster. "Das CeNTech II lindert den dringend benötigten Raumbedarf für die Grundlagenforschung im Bereich der Nanophysik. Deshalb investiert die WWU in erheblichem Maße in die technische Ausstattung der Forschungsflächen", sprach die Rektorin von einem Projekt mit Signalwirkung. Der wissenschaftliche Leiter, Harald Fuchs, wies auf den schnellen Fortschritt in der Nanotechnologieforschung − "den beschleunigt expandierenden Nanokosmos" − in den letzten Jahren hin.
Das neue Gebäude an der Heisenbergstraße steht für die Grundlagenforschung mit Anwendungsperspektive, unter anderem in den Bereichen Nanoanalytik und -sensorik, zur Verfügung. Das CeNTech I war im Jahr 2003 als europaweit erstes interdisziplinäres Zentrum für Angewandte Nanotechnologie eröffnet worden. Ende 2011 prämierte es das Land NRW als "Ort des Fortschritts". Mittlerweile ist die Einrichtung mit acht Arbeitsgruppen der Forschung und Entwicklung, neun Unternehmen und 100 Beschäftigten komplett ausgelastet. Die Ergänzung der 2400 Quadratmeter im CeNTech I um weitere 1300 Quadratmeter Büro- und Laborflächen im Anbau war dringend nötig. Im CeNTech II werden etwa 70 Arbeitsplätze geschaffen.
Das Land finanzierte den Bau des CeNTech II mit fünf Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II. Weitere 2,2 Millionen Euro steuerte die WWU zur Ausstattung der Chemie-, Physik- und Biologielabore bei. Die Gesamtinvestition beläuft sich damit auf rund 7,2 Millionen Euro. Sie ist das Ergebnis einer gelungenen Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand, Wissenschaft, Wirtschaftsförderung und der Stadt Münster.
"Im Wettbewerb mit Nanotechnologie-Standorten wie München oder Grenoble und Barcelona müssen wir konkurrenzfähig bleiben. Exzellente Bedingungen im CeNTech binden kluge Köpfe aus aller Welt, innovative Unternehmen und Investitionen", betonte Thomas Robbers, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Münster GmbH und CeNTech GmbH, den Wert der Forschungseinrichtung für Münster und NRW. Auch Oberbürgermeister Markus Lewe lobte den beispielhaften Charakter des CeNTech II für die Bedeutung der Wissenschaft als Wirtschaftsfaktor. "Münster wächst weiter zu einem unverwechselbaren Ort heran, der gute Arbeitsbedingungen schafft und Investitionen in den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort fördert."
Der Entwurf des CeNTech II stammt aus dem Architekturbüro von Rainer M. Kresing. Beim Bau galt es, für die Forschung elementare Besonderheiten zu berücksichtigen. Beispielsweise ist das schwingungsfreie Fundament für die Labore im Erdgeschoss einen Meter dick. In zwei weiteren Räumen besteht der Boden aus einer 1,10 Meter dicken, entkoppelten Betonplatte auf Schwingungsdämpfern plus einem 40 Zentimeter dicken Betonsockel für ein hochauflösendes Transmissions-Elektronenmikroskop. Die Grundlagen für internationale Spitzenforschung der Zukunft sind damit in Zement gegossen.
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