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Roger Willemsen über die Kunst des Interviews
Der Publizist zu Gast an der Universität Tübingen - Vortrag über den Zustand des Journalismus
Er hat den Dalai Lama befragt, den König von Jordanien, Woody Allen, Sting und Madonna: Am Donnerstag, dem 3. November, ist der Publizist und Fernsehmoderator Roger Willemsen auf Einladung der Tübinger Medienwissenschaftler zu Gast an der Universität Tübingen. In seinem öffentlichen Vortrag ab 16.15 Uhr im Audimax der Universität, Neue Aula, analysiert er die aktuelle Inflation der Talkshows und kommentiert die Quotenfixierung. Zudem zeigt er, dass die - und Gesprächskultur im Fernsehen sehr viel über den Zustand des Journalismus insgesamt verrät. ,,Der Erfindergeist, die Lust am Unausgegorenen, das Halbstarke hat sich weitgehend aus dem Fernsehen zurückgezogen. Es gibt noch ein paar Lichtblicke, aber im Wesentlichen ist die Lust auf Neues verschwunden", sagt Roger Willemsen. ,,Man hat begriffen, was Fernsehen ist: ein Medium, das nur in Massenabstimmung existiert."
Willemsens unverwechselbarer Gesprächs- und stil hat ihn bekannt gemacht, ihm Preise und Anerkennung eingebracht. Unter anderem hat er Politiker solange t, bis ihm der Intendant eines Senders dies untersagte. Er hat mit einem Bankräuber gesprochen oder mit einem Kannibalen - unter den Augen eines Fernsehpublikums und stets dem Risiko ausgesetzt, allein den Voyeurismus der Zuschauer zu bedienen, die sich womöglich gruseln, aber nicht verstehen wollen. Roger Willemsen hat sich von der eigenen Talkshow verabschiedet, weil es ihm zu aufreibend schien, weiterhin vor allem für das ,,Medium der systematischen Unterforderung zu arbeiten".
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