Projektwoche Leipziger Gymnasiasten zum Thema Nomaden

26 January 2012

Mitarbeiter der Sonderforschungsbereichs (SFB) 586 „Differenz und Integration“ der Universität Leipzig haben einer Gruppe von Leipziger Gymnasiasten in einer Projektwoche ihr Forschungsthema Nomaden näher gebracht. Einer der Hauptprogrammpunkte dabei war eine Exkursion der 14 Siebtklässler des Immanuel-Kant-Gymnasiums ins Hamburger Völkerkundemuseum, wo sie die seit November 2011 geöffnete Ausstellung über Nomaden besucht haben. Kuratorin Andreea Bretan vom Institut für Ethnologie der Universität Leipzig führte die Gymnasiasten durch die Schau. Am Freitag, dem 27. Januar, wird es eine Abschlussrunde mit den Schülern geben, in der über das in der fünftägigen Projektwoche Erfahrene reflektiert werden soll.


Am Montag besuchten die SFB-Mitarbeiter Janka Linke und David Kreuer die Schüler und vermittelten Einblicke in das Leben von Nomaden in Ostmarokko und Tibet sowie aktuelle Veränderungen in der nomadischen Gesellschaft in den beiden Regionen.

Beide sind wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktoranden im SFB und führen empirische Fallstudien in den Ländern durch. Besonders beeindruckt waren die Schüler Linke zufolge von einem Raupenpilz - einem Heilmittel der traditionellen chinesischen und tibetischen Medizin, das nur im tibetischen Hochland vorkommt, so teuer wie Gold ist und mittlerweile die Haupteinnahmequelle der Nomadenfamilien in Osttibet darstellt. Am Dienstag stand ein Spiel auf dem Programm der Projektwoche, das eigens von Mitarbeitern des SFB für die Hamburger Ausstellung entworfen wurde und den Jugendlichen die Möglichkeit gab, in die Rolle von Nomaden zu schlüpfen.

Nach über zehnjähriger Forschung zu Beziehungen zwischen Nomaden und Sesshaften von der Antike bis zur Gegenwart und mit geographischen Schwerpunkten von Marokko über Skandinavien bis nach Tibet will der Sonderforschungsbereich verstärkt seine Forschungsergebnisse einem nichtwissenschaftlichen Publikum zugänglich zu machen, so unter anderem mit der Ausstellung "Brisante Begegnungen - Nomaden in einer sesshaften Welt" im Völkerkundemuseum Hamburg, die seit November 2011 bereits über 22.000 Besucher angezogen hat.

Mit rund 400 Exponaten bietet die Hamburger Ausstellung Besuchern die Gelegenheit, vielfältige Eindrücke nomadischen Lebens zu sammeln. Der Sonderforschungsbereich 586 "Differenz und Integration" präsentiert in seiner Abschlussausstellung in einem zeitlichen Rahmen von nahezu 5.000 Jahren und in regionaler Breite von Nordafrika über Europa bis Asien die Quintessenz seiner über zehnjährigen, interdisziplinären Forschungsarbeit. Am Forschungsverbund sind die Universität Leipzig und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beteiligt sowie das Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig und das Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig.

 
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