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Programm "StiL" soll Qualität von Studium und Lehre verbessern
Die Universität Leipzig will mit Fördergeldern aus dem Qualitätspakt Lehre (QPL) der Bundesregierung die Qualität von Studium und Lehre in den kommenden Jahren spürbar verbessern. Dafür wurde der Antrag "StiL – Studieren in Leipzig" ausgearbeitet, mit dem Infrastruktur, Internationalität und Innovation an der Alma mater vorangebracht werden sollen. Der Universität wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) im Rahmen dieses Antrags eine Förderung in Höhe von 14,5 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren in Aussicht gestellt. Der rechtsverbindliche Zuwendungsbescheid des BMBF wird Mitte Oktober erwartet. "Ich bin sehr froh, dass die Universität Leipzig mit ihrem Antrag 'Studieren in Leipzig' erfolgreich ist und finanzielle Unterstützung von Bund und Land bekommt. Für mich hat die Verbesserung der Qualität von Lehre und Studium hohe Priorität. Das ist auch ein wichtiges Thema des Rektorats", sagte der Prorektor für Bildung und Internationales der Universität Leipzig, Claus Altmayer.
"Gerade in Zeiten, in denen die Universität Leipzig vor einschneidenden Sparmaßnahmen steht, ist die Verbesserung der Qualität von Studium und Lehre äußerst wichtig. Deshalb bin ich froh, dass wir mit 'StiL' die Möglichkeit haben, unsere Universität weiter zu entwickeln und dadurch auch international wettbewerbsfähig zu bleiben", sagte die Rektorin der Universität Leipzig, Beate Schücking. Konkret gehe es zum einen um die Optimierung der Infrastruktur, zu der unter anderem ein markanter Ausbau der Studienberatung in der Orientierungsphase gehört. In den Fakultäten sollen ihr zufolge noch verstärkter Mentoren eingesetzt werden, die den sehr differenzierten Informationsbedarf der Studierenden abdecken. Zudem sei geplant, das Tutoren-Netzwerk noch enger zu knüpfen und neue, stärker praxisbezogene Studienangebote zu entwickeln.
Die zweite Säule, auf der "StiL" fußt, ist eine stärkere Internationalisierung der Universität Leipzig - ein Ziel, das sich Frau Schücking bereits bei ihrem Amtsantritt im März dieses Jahres gesetzt hat. Dazu gehören nach ihren Worten unter anderem mehr Berufungen ausländischer Hochschullehrer. Deshalb würden inzwischen alle Professuren international ausgeschrieben. Weitere Ziele seien, Englisch als Unterrichtssprache deutlich stärker in der Lehre zu verankern, die Kompetenzen von Lehrenden und Lernenden im Englischen weiterzuentwickeln, eine Mobilitätsberatung für Studierende, internationale Unternehmenspartnerschaften und einen internationalen Career Service aufzubauen sowie die internationale Vernetzung von Lehrenden, Instituten und Fakultäten zu unterstützen.
Innovation, der dritte Schwerpunkt in "StiL", zielt auf die Einrichtung einer "Laboruniversität". Sie schafft jene zeitliche und personelle Infrastruktur, die es ermöglicht, neue Kursinhalte, Lehr- und Lernformen bis hin zur "Serienreife" zu entwickeln, soll heißen: soweit, dass sie ins Curriculum übernommen werden und für andere gegebenenfalls als "best practice"-Beispiele dienen können. Angesiedelt sind die zeitlich meist auf 12 Monate befristeten Projekte "experimentellen" Charakters, auf folgenden vier Feldern:
• Kurskonzeption (Employability, Interdisziplinarität)
• Hochschuldidaktik (neue Lehr-/Lern-/Prüfformen)
• Neue Medien (E-Learning/-Teaching/-Assessment)
• Managing Diversity (Interessen/Kompetenzen).
Die im Rahmen des "StiL"-Programms geförderten Projekte werden der Universitätsöffentlichkeit mündlich und schriftlich vorgestellt. über deren Umsetzung entscheiden die Fakultäten. Die erste Projektkohorte ist von Senat und Rektorat der Universität einvernehmlich zusammengesetzt worden und umfasst folgende Vorhaben:
• Digital Classics: Prof.Heyer (Informatik), Schubert (Alte Geschichte)
• Lost in Translation: Pates (Politikwissenschaft)
• Denk-Kulturen: Franco (Indologie), Max (Logik)
• Forschung aus Lehre: Seiwert (Religionswissenschaft), Wohlrab-Sahr (Soziologie)
• Teaching Law: Kotzur (Rechtwissenschaft), Schneider (Rechtswissenschaft).
Das Projekt "Digital Classics" verbindet die Fachbereiche Alte Geschichte mit Informatik mit dem Ziel, durch die elektronische Textanalyse verborgene "Begriffscluster" zu identifizieren. "Lost in Translation" verfolgt das Ziel, in der Gegenüberstellung von englischen, französischen und deutschen Fassungen klassischer Texte der politischen Philosophie zu analysieren, welche latenten Verschiebungen beim übergang von einer Sprache zur anderen auftreten können. Im Projekt "Denk-Kulturen" werden die Studierenden mit der traditionsreichen indischen Logik konfrontiert.
Projekt "Forschung aus Lehre": Im Rahmen ihrer Profilpolitik hat die Universität Leipzig das Thema "Säkularitäten und kulturelle Dynamik" zu einem Schwerpunkt erklärt. Der Verbund umfasst Projekte aus sämtlichen sozial- und geisteswissenschaftlichen Fakultäten. Dadurch entsteht eine Interdisziplinarität des Forschungsprogramms in Studium und Lehre. Diese intensive Zusammenarbeit mit Studierenden verschiedener Fachrichtungen schafft günstige Voraussetzungen dafür, Forschung aus Lehre auf ihr "Bologna-Potenzial" - also die Vereinbarkeit von Wissenschafts- und Berufsorientierung - hin zu testen.
Schließlich sieht das Projekt "Teaching Law" vor, zwei Vorlesungen des internationalen Rechts - Welthandelsrecht und Globales Verwaltungsrecht - von Deutsch auf Englisch umzustellen und in Kooperation mit der New York University um Komponenten des E-Teaching zu erweitern.
Mit dem Qualitätspakt Lehre haben Bund und Länder den Hochschulpakt 2020 um ein Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre erweitert. Das Programm ist auf zwei Förderphasen von je fünf Jahren angelegt. In der ersten Förderphase, die im Wintersemester 2011/2012 beginnt und bis 2016 dauern soll, stehen bundesweit etwa 1,1 Milliarden Euro und in der zweiten Phase von 2016/2017 bis 2020 etwa 800 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Mittel sollen dazu beitragen, an deutschen Hochschulen die Studienbedingungen und die Lehrqualität in der Breite zu verbessern sowie die Erfolge der Studienreform zu sichern.
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