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Prof. Dr. Reinhard Ludewig erhält Verdienstorden
13 January 2012 - UNI-LEIPZIG
Die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer, überreicht in Vertretung des Ministerpräsidenten am 16. Januar 2012 dem ehemaligen Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie der Universität Leipzig, Reinhard Ludewig, das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Mit dieser Auszeichnung ehrt der Bundespräsident Menschen, die sich in den Bereichen Soziales, Wirtschaft, Forschung, Wissenschaft, Kultur und
Politik in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben.
Zeit: 16.01.2012, 18:00 Uhr bis 18:30 Uhr
Ort: Rektorat der Universität Leipzig
Ritterstraße 29, 04109 Leipzig
"Es ist nicht genug zu wissen - man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen - man muss auch tun." - In bemerkenswerter Weise hat Ludewig diese Worte Goethes zum Leitfaden seines beruflichen und außerberuflichen Schaffens gemacht. 1923 wurde er in Dresden geboren, wuchs dort auf und ging nach dem Krieg zum Medizinstudium nach Wien und Erlangen. 1953 kehrte er in seine Heimatstadt zurück. Er nahm seine berufliche Tätigkeit als praktischer Arzt und parallel in einem endokrinologisch orientierten Labor des Arzneimittelwerkes Dresden auf. Eine außerordentlich erfolgreiche Zeit seines beruflichen und ehrenamtlichen Wirkens folgte am Pharmakologischen Institut der Universität Leipzig ab 1956, dessen späterer Direktor er wurde.
Die Erkennung und Schließung der damals vorhandenen Lücke zwischen pharmakotherapeutischen Lehrinhalten, der tierexperimentell orientierten klassischen Pharmakologie und den klassischen klinisch-toxikologischen Disziplinen ist untrennbar mit seinen Forschungen und seiner Lehre verbunden. Er etablierte und entwickelte dieses Fachgebiet maßgeblich an der Universität Leipzig. Leidenschaftlich widmete er sich zudem der kontinuierlichen arzneimitteltherapeutischen Weiterbildung von ärzten und Apothekern, ebenso der regelmäßigen Publikation seiner Forschungsergebnisse in Fachzeitschriften und -büchern.
Keineswegs erlosch nach seiner Emeritierung im Jahr 1989 seine umfangreiche medizinisch-wissenschaftliche und publizistische Tätigkeit. Erst jetzt hatte er die Möglichkeit, sich dem Betätigungsfeld der medizinischen Graphologie und Schriftpsychologie zu widmen. Seine Vorlesungen zu diesen Themen erfreuten sich großer Anerkennung und Beliebtheit bei der studentischen Zuhörerschaft. Seinen medizingeschichtlichen Beiträgen zur Bachmonographie, zum ‚Meinungsstreit über die Ursache des Todes von Mozart’ und seine Publikationsserie ‚Beethoven und das Gift im Wein’ runden sein engagiertes national und international anerkanntes Wirken ab.
Medienvertreter sind zur Verleihung herzlich eingeladen.
Hintergrundinformation:
Seit seiner Stiftung im Jahre 1951 wurde der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland über 243.000 Mal verliehen. Jeder Bürger kann unter Angabe der Gründe verdienstvolle Personen für eine Ehrung mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland anregen.
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