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Prof. Dr. Christof Wetterich erhält ERC Advanced Grant
24 November 2011 - UNI-HEIDELBERG
Der Heidelberger Physiker Christof Wetterich erhält eine hochdotierte fünfjährige Förderung des Europäischen Forschungsrates (ERC), einen ERC Advanced Grant für Spitzenforscher in Europa. Damit werden Wetterichs Forschungsarbeiten zu fundamentalen Fragen der Kosmologie, der Teilchenphysik und der Gravitationsphysik mit rund zwei Millionen Euro gefördert. Der Wissenschaftler lehrt und forscht am Institut für Theoretische Physik der Universität Heidelberg.
Wetterich ist international ausgewiesen durch seine Arbeiten über die Dunkle Energie, die 70 Prozent der Energiedichte im Universum ausmacht. Bereits 1987, mehr als zehn Jahre bevor Dunkle Energie tatsächlich im Kosmos entdeckt wurde, beschrieb er die mögliche Existenz sogenannter dynamischer Dunkler Energie. Der Heidelberger Wissenschaftler untersucht die Rolle der Dunklen Energie für die kosmische Hintergrundstrahlung und für die Strukturentstehung im Universum sowie mögliche Kopplungen zwischen Dunkler Energie und Dunkler Materie. Wetterich ist zudem bekannt für die Entwicklung der Methode der funktionalen Renormierung. Diese erlaubt es, die Komplexität der makroskopischen Welt auf die „einfachen“ physikalischen Gesetze des Mikrokosmos zurückzuführen.
In dem vom ERC geförderten Forschungsprojekt „Funktionale Renormierung – Von Quantengravitation und Dunkler Energie zu ultrakalten Atomen und kondensierter Materie“ wird Wetterich mit seiner Arbeitsgruppe diese Methode weiterentwickeln und damit fundamentale Fragen der Theoretischen Physik bearbeiten. Dazu gehört zum Beispiel die Suche nach einer konsistenten Quantenfeldtheorie der Gravitation sowie dem Ursprung und den Eigenschaften der Dunklen Energie. Außerdem will er seine weiterentwickelte Methode auf die zeitliche Entwicklung von Strukturen im Universum sowie auf verschiedene Aspekte der Festkörperphysik und der Physik ultrakalter Quantengase anwenden.
Nach dem Studium der Physik an den Universitäten Paris, Köln und Freiburg wurde Christof Wetterich 1979 an der Universität Freiburg promoviert. Der 1952 geborene Wissenschaftler arbeitete zunächst an der Universität Freiburg, ehe er am Europäischen Forschungszentrum CERN in Genf, an der Universität Bern und am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY in Hamburg forschte. Im Jahr 1992 wurde der Physiker an die Universität Heidelberg berufen. 2005 erhielt Wetterich für seine Forschungsarbeiten zur Dunklen Energie den Max-Planck-Forschungspreis.
Der 2007 eingerichtete Europäische Forschungsrat setzt sich für eine Förderung der grundlagenorientierten Forschung ein, um visionäre Projekte voranzutreiben und neue interdisziplinäre Wissensgebiete zu erschließen. Zu den Förderlinien gehört der ERC Advanced Grant, der sich an herausragende, bereits etablierte Forscher wendet.
Informationen im Internet können unter www.thphys.uni-heidelberg.de/~wetteric abgerufen werden.
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