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Ostdeutschland und die Sozialwissenschaften
20 October 2011 - UNI-LEIPZIG
Gibt es "Ostdeutschland" heute noch? Sind "ostdeutsche Besonderheiten" Relikte einer vergangenen Zeit oder können wir aus ihnen Lehren für den Nutzen politischer Instrumente und Strategien sowie die Zukunft Deutschlands ziehen‘ Wie hat die Einheit ganz Deutschland gewandelt’ Der Band, herausgegeben von der Leipziger Politikwissenschaftlerin Astrid Lorenz, gibt auf diese Fragen Antworten.
"Der Band zeigt, dass die Einheit einen umfassenden Wandel Deutschlands ausgelöst oder in seiner Richtung beeinflusst hat", erklärt Professor Astrid Lorenz zum Ansatz des Buchs. Drei zentrale Gründe nennt die Wissenschaftlerin hierfür: "Erstens, weil die Standardverfahren in anderen Kontexten anders wirken, zweitens, weil nach der Euphorie der Einheit alte Phänomene und Probleme des Ostens wie der alten Bundesrepublik in neuem Gewand zurückkehrten und drittens, weil Anpassungen an überregionale Herausforderungen der Moderne, darunter die Mediengesellschaft oder Globalisierung, in Deutschland Ost anders erfolgten als in Deutschland West, was wiederum nicht ohne Rückwirkungen auf West wie Ost blieb."
Dadurch veränderten sich die politischen Akteursbeziehungen, die Politiken und die Wirkungsweise der Institutionen der Bundesrepublik Deutschland. Dieser Wandel vor der Haustür war tief greifend, umfassend und vielfältig. Die 22 Autoren, darunter Politikwissenschaftler, Soziologen und Volkswirte, wollen dazu beitragen, diese Prozesse des Wandels trotz Annäherung zu verstehen und zu prüfen, ob es Ostdeutschland als relevante Raumgröße noch gibt. Ist das Gebiet der neuen Länder ein Raum mit homogenen Besonderheiten oder aber zwei Jahrzehnte nach der Einheit als eigener Gegenstand gänzlich obsolet? Im Ergebnis wird sichtbar, dass regionale Prozesse sehr wichtig sind und die Entwicklung der Bundesrepublik längst nicht abgeschlossen ist.
Astrid Lorenz (Hrsg.): Ostdeutschland und die Sozialwissenschaften. Bilanz und Perspektiven 20 Jahre nach der Wiedervereinigung. Verlag Barbara Budrich 2011.
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