Olympische Auszeichnung für Hochschularbeit

Wissenschaftspreis "Prix Coubertin 2010" geht an Mainzer Absolventin

Das Internationale Pierre de Coubertin Komitee vergab am Wochenende auf Schloss Coubertin bei Paris seinen Wissenschaftspreis "Prix Coubertin 2010". Dieser wird alle zwei Jahre für akademische Abschlussarbeiten zur Person des Olympiagründers Pierre de Coubertin (1863-1937) und für die inhaltliche Auseinandersetzung mit den vielfältigen Facetten der von ihm an den modernen Sport gestellten sportethischen und kulturellen Wertevorstellungen vergeben.

In der Kategorie "Beste Master-Arbeit" erhielt die Mainzer Lehramtsabsolventin in Sport- und Politikwissenschaft, Eva Kienzle, die Goldmedaille verbunden mit einem Geldpreis von ¤1.000. Die Arbeit der Preisträgerin wurde von dem Mainzer Sporthistoriker und Olympiaforscher Norbert Müller betreut; philosophisch begleitet wurde sie von Karen Joisten.

Eva Kienzle hat in ihrer 130-seitigen Staatsexamensarbeit die Rolle der Ästhetik in Coubertins Erziehungskonzept, die wesentlich auf den englischen Kunstästheten John Ruskin (1819-1900) zurückgeht, und deren Bedeutung für heutige olympische Erziehungsprogramme untersucht. Des Weiteren stellte die Preisträgerin Überlegungen an, inwieweit olympische Kunst- und Kulturprogramme in den Olympiastädten einem vor 100 Jahren postulierten Anspruch noch genügen und vom Publikum auch so verstanden werden. Bei den Olympischen Spielen 1912 wurden erstmals auch olympische Kunstwettbewerbe eingeführt, die seit 1952 durch ein öffentliches Kunstprogramm ersetzt werden. Das soeben veröffentlichte Kulturprogramm der Olympischen Spiele 2012 in London wird mit über 100 Veranstaltungen, darunter internationale Kunstausstellungen, Auftragskompositionen und Künstler- und Literatursymposien einen enormen Stellenwert einnehmen. In der Queen Elizabeth Hall wird z.B. eine Ausstellung zu Coubertins pädagogischen Entwürfen für den "olympischen Menschen des 20. Jahrhunderts" von Juni bis September 2012 zu sehen sein, eine Ausstellung, für die Professor Müller konzeptionell tätig ist.

Preisträgerin Eva Kienzle, Lehramstabsolventin in Sport und Sozialkunde, und Betreuer Univ.-Prof. Norbert Müller, Insitut für Sportwissenschaft, Sportgeschichte

Sportgeschichte und -soziologie/ Sportökonomie
Institut für Sportwissenschaft
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz

 
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