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Neuer internationaler Masterstudiengang ,,Versicherungsmedizin" mit Tübinger Beteiligung
Ziel ist es, den Teilnehmern die sozialen und privaten Versicherungssysteme mit deren Auswirkungen auf die medizinische Versorgung, Ökonomie und Gesellschaft zu vermitteln
Begutachtungen zu medizinischen Sachverhalten werden in immer mehr Lebenslagen erforderlich. Die Anlässe reichen vom medizinischen Attest für die Reiserücktrittsversicherung bis hin zur Begutachtung, wenn ein noch in der Erprobung befindliches Medikament bei unheilbarer Krankheit als letztes Mittel Hilfe verspricht. Der neue Masterstudiengang ,,Versicherungsmedizin" kann berufsbegleitend an der Universität Basel in Kooperation mit den Medizinischen Fakultäten der Universitäten Tübingen und Wien absolviert werden und ist der erste international ausgerichtete Masterstudiengang für Versicherungsmedizin. Er hat zum Ziel, den Teilnehmern die sozialen und privaten Versicherungssysteme mit deren Auswirkungen auf die medizinische Versorgung, Ökonomie und Gesellschaft zu vermitteln. Der Studiengang richtet sich an Mediziner, Juristen, Soziologen, Ethiker, Psychologen, Fachexperten der Versicherungswirtschaft und andere akademische Fachrichtungen, die mit der Versicherungsmedizin in Zusammenhang stehen.
Tübinger Kooperationspartner ist das Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der Universität Tübingen unter der Federführung von Privatdozentin Elisabeth Simoes, Ärztliche Leiterin des Schwerpunkts Sozialmedizin und Health Management. Das besondere Anliegen des Instituts ist die Stärkung der Versorgungsgerechtigkeit durch hochqualifizierte Begutachtung. Ein weiterer Schwerpunkt ist das grenzüberschreitende Lernen, wenn es darum geht, gute Strukturen in den sozialen Sicherungssystemen in Europa zu definieren und zukunftsfähig zu erhalten.
Die Teilnehmer des diesjährigen Auslandsmoduls Deutschland, das vom 5. bis zum 9. September an der Universität Tübingen stattfand, kamen überwiegend aus der Schweiz. Zahlreiche Expertinnen und Experten aus dem deutschen Gesundheitssystem waren als Vortragende zu Gast. Im nächsten Jahr wird wieder ein Auslandsmodul in Tübingen stattfinden. ,,Bei erfolgreichem Verlauf der Pilotphase ist die Akkreditierung des Studiengangs auch in Tübingen denkbar", sagte der Prodekan Lehre der Medizinischen Fakultät Tübingen, Professor Stephan Zipfel bei seinem Grußwort.
In ihrem Abschlussbericht im Jahr 2006 hat die Medizinstrukturkommission Baden-Württemberg auf Defizite bei der Aus- und Weiterbildung in der Versicherungsmedizin in Deutschland hingewiesen und die Empfehlung zum Aufbau eines entsprechenden Angebots in Baden-Württemberg gegeben. Weitere europäische Länder, so die Planung, sollen im weiteren Verlauf in den Masterstudiengang einbezogen werden. Damit soll das Zusammenwachsen in Europa auch beim Thema Soziale Sicherung gefördert werden.
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