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Neue Allianz gegen Krebs und Infektionen

Bei der Gründung der Forschungsallianz Immunmedizin in Regensburg: Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (grüne Krawatte) mit den Rektoren und Präsidenten der beteiligten Universitäten sowie den Mitgliedern des Lenkungsausschusses der Allianz. Von der Uni Würzburg waren dabei: Präsident Alfred Forchel (5.v.r.), Biomedizinprofessor Martin Lohse (4.v.l.) und Immunologieprofessor Thomas Hünig (3.v.l.). Foto: Susanne Goldbrunner
Immuntherapien effizienter entwickeln und schneller zur Anwendung bringen: Dieses gemeinsame Ziel verfolgen die Universitäten Würzburg, Regensburg und Erlangen-Nürnberg in der neu gegründeten „Forschungsallianz Immunmedizin“.
Immuntherapien zielen darauf ab, das Immunsystem von Patienten zu beeinflussen. Wird es gestärkt, kann der Körper manche Krebserkrankungen oder Infektionen besser bekämpfen. Wird es geschwächt, kann sich das beispielsweise bei Autoimmunkrankheiten wie Rheuma oder Diabetes günstig auswirken.
Würzburger Forschungen zur Immunmedizin
„Vorgänge im Immunsystem sind auch die Ursache für Krankheiten, bei denen man das lange Zeit gar nicht vermutet hat – zum Beispiel beim chronischen Herzversagen“, sagt Professor Martin Lohse, Biomediziner von der Universität Würzburg. „Zusammen mit Professor Roland Jahns haben wir in Würzburg Antikörper gefunden, die den Verlauf dieser Herzkrankheit viel schlimmer machen. Jetzt wollen wir ein Mittel dagegen entwickeln.“
Anderes Beispiel: Auch bei Kindern mit einer speziellen Form von Diabetes wurden schädliche Antikörper gefunden. Unbekannt ist bislang aber, welche Strukturen im Organismus sie angreifen. Auf diesem Gebiet forscht in Würzburg das Team von Stephan Kissler. Zudem werden in der Würzburger Universitätsmedizin auch neuartige Antikörper gegen Krebs entwickelt. Damit befassen sich die Arbeitsgruppen der Professoren Ralf Bargou und Hermann Einsele an der Medizinischen Klinik II.
Kooperationsvertrag unterzeichnet
Auf dem Gebiet der Immunmedizin sind in Würzburg, Regensburg und Erlangen-Nürnberg hohe wissenschaftliche Kompetenzen und modernste Infrastrukturen vorhanden. Die Universitäten dieser Städte haben sich darum zur „Forschungsallianz Immunmedizin“ zusammengeschlossen: Sie wollen Immuntherapien effizienter entwickeln und schneller in die Anwendung bringen. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung haben die Präsidenten der drei Universitäten am Mittwoch, 21. Dezember, gemeinsam mit dem bayerischen Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch in Regensburg unterzeichnet.
Kompetenzen ergänzen sich
In der neuen Allianz konzentrieren sich die drei Universitäten auf unterschiedliche Schwerpunkte, die sich gegenseitig sehr gut ergänzen: Translationale Immunologie in Erlangen-Nürnberg, Interventionelle Immunologie in Regensburg und Systemimmunologie in Würzburg. Dazu Minister Heubisch: „Ich begrüße die Bündelung der immunologischen Potentiale und Kompetenzen der einzelnen Standorte, denn die internationale Konkurrenz schläft nicht.“
Worin die Kooperation besteht
Sprecher der Allianz ist zunächst Professor Reinhard Andreesen von der Universität Regensburg. Er beschreibt, wie die Kooperation aussehen soll: „Ganz konkret geht es uns darum, den wissenschaftlichen Austausch zu intensivieren, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler standortübergreifend auszubilden, gemeinsam Fördermittel einzuwerben und klinische Studien durchzuführen.“ Darüber hinaus wolle die Allianz eng mit der Pharma- und Biotechnologiebranche zusammenarbeiten: „Eine breitere wissenschaftliche Kompetenz trifft auch auf breiteres Echo in der Wirtschaft.“
Außeruniversitäre Einrichtungen als Fernziel
Ein Lenkungsausschuss mit Vertretern aller drei Universitäten steuert die Zusammenarbeit der Allianz. Deren Aktivitäten finanzieren die Universitäten aus eigenen Forschungsmitteln. Langfristig sollen die Forschungsschwerpunkte in der Immunmedizin zu außeruniversitären Einrichtungen ausgebaut werden, wie die Universität Regensburg als Sprecherhochschule der Allianz mitteilt. Hierzu habe das Bayerische Kabinett bereits erste Finanzierungsschritte beschlossen.
Homepage der Forschungsallianz Immunmedizin
Von: Robert Emmerich
21.12.2011, 16:24 Uhr
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