,,MenschMikrobe - Das Erbe Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung"

An einer interaktiven Installation können Besucher über 50 Seuchenereignisse que

An einer interaktiven Installation können Besucher über 50 Seuchenereignisse quer durch die Geschichte in verschiedenen Kontinenten aufrufen. Am Touchscreen vorne lassen sich die einzelnen Ereignisse auf einem drehbaren Globus auswählen. Durch eingeblendete Fotos und Kurztexte auf der großen Tafel werden daraufhin die historischen und sozialen Zusammenhänge der jeweiligen Seuche verdeutlicht. Foto: Christian Laukemper

Einzigartige Wanderausstellung zur Infektionsforschung an der Universität Tübingen

Was sind Mikroben? Wie entstehen Infektionen? Antworten auf diese und andere Fragen liefert die Ausstellung ,,MenschMikrobe - Das Erbe Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung", die von Mittwoch, dem 25. Januar, bis Montag, den 12. März im Hörsaalzentrum Morgenstelle der Universität Tübingen zu sehen ist. Die einzigartige Wanderausstellung wird in Zusammenarbeit der Universität Tübingen mit dem Universitätsklinikum Tübingen, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Robert-Koch-Institut (RKI) erstmals in Baden-Württemberg präsentiert. ,,MenschMikrobe" bietet mit interaktiven Exponaten, Audio-Features und anschaulichen Texten Einblick in das heutige Wissen über Bakterien, Viren und Parasiten - und verdeutlicht zugleich die historische und soziale Dimension der Epidemien.

 

Matthias Kleiner, Präsident der DFG, Reinhard Burger, Präsident des RKI, Rektor Bernd Engler und Boris Palmer, Oberbürgermeister der Stadt Tübingen, werden die Ausstellung am Dienstag, dem 24. Januar, um 18 Uhr feierlich eröffnen. Ingo Autenrieth, Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universität Tübingen, hält den Festvortrag zum Thema ,,Mikrobenjäger im 21. Jahrhundert".

 

Die Ausstellung soll Einblick geben in die Entwicklung der Infektionsforschung seit Robert Koch. Damit greift ,,MenschMikrobe" ein aktuelles Thema auf, wie die EHEC-Epidemie des vergangenen Jahres zeigt. Interaktive Exponate, etwa eine virtuelle Pandemie-Simulation oder ein Krankenhaus-Modell zum Erkunden von Infektionsquellen, erklären das Thema anschaulich. Audio-Features erzählen von den sozialen und kulturellen Auswirkungen historischer Seuchenereignisse, wie der Pest im Mittelalter oder der Cholera-Epidemie 1892 in Hamburg. Spezielle Kindertexte und eine eigene Kinderstation bereiten grundlegende Zusammenhänge für junge Besucher ab dem Grundschulalter auf. Ein besonderes Angebot rund um die Ausstellung sind regelmäßige Führungen für Besucher und Schulklassen sowie allgemeinverständliche Abendvorträge mittwochs um 18 Uhr von Tübinger Infektionsforschern zu aktuellen Themen der Infektionsmedizin (siehe Anlage).

 

Unterstützt wird die Schau und ihr wissenschaftliches Begleitprogramm durch die Tübinger DFG-Sonderforschungsbereiche (SFB) ,,Bakterielle Zellhülle" und ,,Immuntherapie". Der SFB ,,Immuntherapie" beschäftigt sich unter anderem mit der Fragestellung, wie eine wirksame Immunantwort zustande kommt. Das Ziel des SFB ,,Bakterielle Zellhülle" ist es etwa, tiefere Einblicke in die Struktur und Biosynthese der bakteriellen Zellhülle zu gewinnen.

 

Seit 2011 wird Tübingen als einer von sieben Standorten im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. In diesem neuartigen bundesweiten Zentrum werden neue Ansätze zu Diagnose, Prävention und Therapie wichtiger Infektionskrankheiten erforscht und innovative Trainingsprogramme für Studenten und Wissenschaftler umgesetzt. Forschungsschwerpunkte der Tübinger Mikrobiologie und Infektionsmedizin sind unter anderem die Suche nach neuen Antibiotika, die Rolle der Darmflora in der Infektionsabwehr oder die Entwicklung von Impfstoffen gegen Malaria und Gebärmutterhalskrebs. Neben der Grundlagenforschung verfolgen viele Arbeitsgruppen die Verbesserung von Diagnostik, Prävention und Therapie von Infektionskrankheiten, um Hygienebedingungen zu verbessern und die Ausbreitung von schwer behandelbaren Erregern, wie beispielsweise Methicillin-resistenten Staphylokokken (MRSA), zu verhindern.

 

Die Öffnungszeiten der Wanderausstellung sind Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr und Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Kostenlose Besucherführungen werden täglich um 10, 15 und 17 Uhr angeboten, für Gruppenführungen ist eine Anmeldung erforderlich.

 
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