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Leipziger Forum der Medizin und Lebenswissenschaften
19 December 2011 - UNI-LEIPZIG
Research Festival for Life Sciences der Universität Leipzig feierte Zehnjähriges
Auf dem zehnten Research Festival for Life Sciences der Universität Leipzig präsentierten 349 junge ärzte und Wissenschaftler aus allen Bereichen der Medizin und Lebenswissenschaften ihre diesjährigen Forschungsergebnisse. "Sie alle sind Botschafter der Universität, die den guten Ruf der Leipziger Forschung nach draußen tragen", so Rektorin Beate Schücking in ihrer Eröffnungsrede auf dem Medizincampus. Die Menge, Vielfalt und wissenschaftliche Qualität der Kurzbeiträge und Poster, sowie der rege Gedankenaustausch über die Fachgrenzen hinweg bestätigten die Veranstaltung als einen besonderen Höhepunkt im Kalender der Universität.
Zu Proteinablagerungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten forscht der junge Biochemiedoktorand Johannes Wolf vom Institut für Labormedizin und Klinische Chemie, der mit dem Poster 261 angetreten und erfolgreich war. Er erhielt einen der 20 begehrten Preise des Festivals. "Unsere Arbeitsgruppe ergründet die Gewebstransglutaminase. Dieses Enzym vermittelt die Verknüpfung von Eiweißen. Es verursacht auch krankhafte Ablagerung von Proteinen im Gehirn und kann so möglicherweise an der Alzheimererkrankung beteiligt sein. Wenn wir wissen, welche Menge von diesen Gewebstransglutaminasen die Proteinablagerungen bewirken und wo im Gewebe diese Enzyme zu suchen sind, wäre das der Schlüssel für neue Ansatzpunkte bei der Alzheimer-Therapie."
Zum Gewinn, den er aus der Veranstaltung zieht, meinte der Preisträger zudem: "Der Austausch mit etwa Gleichaltrigen, die Ideen, die man mitnehmen, die Kontakte die man knüpfen kann, das funktioniert auf so einem Forum ganz unkompliziert und effektiv. Einige der Anregungen, die ich im vergangenen Jahr hier bekam, konnte ich inzwischen nutzen."
über Fachgrenzen hinaus diskutieren
"Die spannende Vielfalt der vorgestellten Projekte fordern zu einer Diskussion über die Fachgrenzen heraus. Das Kennenlernen am Poster und die Nutzung gemeinsamer wissenschaftlicher Ressourcen hat in den letzten Jahren erkennbar zur erfolgreichen Forschungsvernetzung in Leipzig beigetragen", blickt Joachim Thiery, Medizindekan und Institutsdirektor der Labormedizin und Klinischen Chemie auf die Jubiläums-Veranstaltung zurück. Er hatte den Wettbewerb gemeinsam mit der damaligen Biochemie-Dekanin Annette Beck-Sickinger (Direktorin der Biochemie, Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie) und dem Sprecher des IZKF Thomas Arendt (Paul-Flechsig Institut der Medizin) vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben und betreut es seitdem. "Diese ‚Wissenschaftswerkstatt Leipzig' hat sich für unsere besten Nachwuchswissenschaftler zur Institution entwickelt. Wir haben jedes Jahr einen Schritt weiter getan: Quantitativ und vor allem auch qualitativ, beispielsweise indem das Festival der Universität auch immer mehr für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und die großen Leipziger Medizinforschungsverbünde wie das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE), das integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB Adipositas-Erkrankungen), das Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) und das Kompetenzzentrum für computerassistierte Chirurgie (ICCAS) attraktiv wird. Auch aus diesen Verbundprojekten präsentieren junge Forscher hier ihre Ergebnisse."
Vier Stunden lang waren Foyer, Galerien und Gänge des Max-Bürger-Forschungszentrums Schauplatz eines intensiven Gedankenaustausches über Fach- und Hierarchiegrenzen hinaus. "Man geht hier in der familiären Atmosphäre der eigenen Uni entspannter an die Präsentation heran", verriet Biochemikerin Verena Ahrens aus dem Institut für Biochemie, die zu neuen medikamentösen Ansätzen der Brustkrebstherapie forscht. Für viele der Teilnehmer war die Veranstaltung die erste Möglichkeit ihr wissenschaftliches Arbeiten öffentlich zur Diskussion zu stellen.
Die Gutachter hatten aus bis zu 20 Arbeiten die jeweils beste zu küren. Aber auch die Besucher konnten ihre Meinung einbringen. "Die Beurteilung war eine sehr schwere Aufgabe", bekennt Thorsten Berg, Professor für Organische Chemie/Chemische Biologie und erstmals im Amt eines Gutachters. Er zeichnete verantwortlich für die Bewertung aller Poster der Bio-Chemiker. "Natürlich muss man differenzieren, ob jemand seine individuellen Ergebnisse aus einem halben Jahr oder die einer Forschungsgruppe nach drei Jahren darstellt. Aber ausnahmslos alle Poster belegen, dass sehr intensiv gearbeitet wurde." Solche Poster-Sessions des wissenschaftlichen Nachwuchses kenne er auch von anderen Universitäten, so Berg. "Aber unterschiedlich groß und schick. Leipzig setzt da Maßstäbe."
Fazit nach zehn Jahren
Die drei Initiatoren des Research Festival for Life Sciences resümieren die Entwicklung ihres Projektes zufrieden. "Der Erfolg der Institution Research Festival", so Arendt, "war zu Beginn, als noch Mehrfacheinreichungen zugelassen und dann nur etwa um die hundert Poster zu sehen waren, nicht automatisch zu erwarten. Aber inzwischen gilt die Veranstaltung als eine von jenen, wo man als Nachwuchswissenschaftler dabei sein muss." Und Beck-Sickinger ergänzt: "Hier in diesem Rahmen können die jungen Wissenschaftler mehr über ihre Arbeit erzählen als auf Tagungen, hier ist Zeit zu reden, nachzufragen, Kooperationen anzubahnen. Insofern befördert solch eine Veranstaltung die Entwicklung des biomedizinischen und biotechnologischen Standortes Leipzig". Eines möchte Thiery jedoch nicht ungesagt lassen: "Ich wünschte mir noch mehr Professoren unter den Gästen. Hier wie nirgendwo anders bekommen sie einen überblick, was der Leipziger Wissenschafts-Nachwuchs Jahr für Jahr für die Zukunft der gesamten Leipziger Wissenschaftsregion leistet."
Zu Proteinablagerungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten forscht der junge Biochemiedoktorand Johannes Wolf vom Institut für Labormedizin und Klinische Chemie, der mit dem Poster 261 angetreten und erfolgreich war. Er erhielt einen der 20 begehrten Preise des Festivals. "Unsere Arbeitsgruppe ergründet die Gewebstransglutaminase. Dieses Enzym vermittelt die Verknüpfung von Eiweißen. Es verursacht auch krankhafte Ablagerung von Proteinen im Gehirn und kann so möglicherweise an der Alzheimererkrankung beteiligt sein. Wenn wir wissen, welche Menge von diesen Gewebstransglutaminasen die Proteinablagerungen bewirken und wo im Gewebe diese Enzyme zu suchen sind, wäre das der Schlüssel für neue Ansatzpunkte bei der Alzheimer-Therapie."
Zum Gewinn, den er aus der Veranstaltung zieht, meinte der Preisträger zudem: "Der Austausch mit etwa Gleichaltrigen, die Ideen, die man mitnehmen, die Kontakte die man knüpfen kann, das funktioniert auf so einem Forum ganz unkompliziert und effektiv. Einige der Anregungen, die ich im vergangenen Jahr hier bekam, konnte ich inzwischen nutzen."
über Fachgrenzen hinaus diskutieren
"Die spannende Vielfalt der vorgestellten Projekte fordern zu einer Diskussion über die Fachgrenzen heraus. Das Kennenlernen am Poster und die Nutzung gemeinsamer wissenschaftlicher Ressourcen hat in den letzten Jahren erkennbar zur erfolgreichen Forschungsvernetzung in Leipzig beigetragen", blickt Joachim Thiery, Medizindekan und Institutsdirektor der Labormedizin und Klinischen Chemie auf die Jubiläums-Veranstaltung zurück. Er hatte den Wettbewerb gemeinsam mit der damaligen Biochemie-Dekanin Annette Beck-Sickinger (Direktorin der Biochemie, Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie) und dem Sprecher des IZKF Thomas Arendt (Paul-Flechsig Institut der Medizin) vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben und betreut es seitdem. "Diese ‚Wissenschaftswerkstatt Leipzig' hat sich für unsere besten Nachwuchswissenschaftler zur Institution entwickelt. Wir haben jedes Jahr einen Schritt weiter getan: Quantitativ und vor allem auch qualitativ, beispielsweise indem das Festival der Universität auch immer mehr für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und die großen Leipziger Medizinforschungsverbünde wie das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE), das integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB Adipositas-Erkrankungen), das Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) und das Kompetenzzentrum für computerassistierte Chirurgie (ICCAS) attraktiv wird. Auch aus diesen Verbundprojekten präsentieren junge Forscher hier ihre Ergebnisse."
Vier Stunden lang waren Foyer, Galerien und Gänge des Max-Bürger-Forschungszentrums Schauplatz eines intensiven Gedankenaustausches über Fach- und Hierarchiegrenzen hinaus. "Man geht hier in der familiären Atmosphäre der eigenen Uni entspannter an die Präsentation heran", verriet Biochemikerin Verena Ahrens aus dem Institut für Biochemie, die zu neuen medikamentösen Ansätzen der Brustkrebstherapie forscht. Für viele der Teilnehmer war die Veranstaltung die erste Möglichkeit ihr wissenschaftliches Arbeiten öffentlich zur Diskussion zu stellen.
Die Gutachter hatten aus bis zu 20 Arbeiten die jeweils beste zu küren. Aber auch die Besucher konnten ihre Meinung einbringen. "Die Beurteilung war eine sehr schwere Aufgabe", bekennt Thorsten Berg, Professor für Organische Chemie/Chemische Biologie und erstmals im Amt eines Gutachters. Er zeichnete verantwortlich für die Bewertung aller Poster der Bio-Chemiker. "Natürlich muss man differenzieren, ob jemand seine individuellen Ergebnisse aus einem halben Jahr oder die einer Forschungsgruppe nach drei Jahren darstellt. Aber ausnahmslos alle Poster belegen, dass sehr intensiv gearbeitet wurde." Solche Poster-Sessions des wissenschaftlichen Nachwuchses kenne er auch von anderen Universitäten, so Berg. "Aber unterschiedlich groß und schick. Leipzig setzt da Maßstäbe."
Fazit nach zehn Jahren
Die drei Initiatoren des Research Festival for Life Sciences resümieren die Entwicklung ihres Projektes zufrieden. "Der Erfolg der Institution Research Festival", so Arendt, "war zu Beginn, als noch Mehrfacheinreichungen zugelassen und dann nur etwa um die hundert Poster zu sehen waren, nicht automatisch zu erwarten. Aber inzwischen gilt die Veranstaltung als eine von jenen, wo man als Nachwuchswissenschaftler dabei sein muss." Und Beck-Sickinger ergänzt: "Hier in diesem Rahmen können die jungen Wissenschaftler mehr über ihre Arbeit erzählen als auf Tagungen, hier ist Zeit zu reden, nachzufragen, Kooperationen anzubahnen. Insofern befördert solch eine Veranstaltung die Entwicklung des biomedizinischen und biotechnologischen Standortes Leipzig". Eines möchte Thiery jedoch nicht ungesagt lassen: "Ich wünschte mir noch mehr Professoren unter den Gästen. Hier wie nirgendwo anders bekommen sie einen überblick, was der Leipziger Wissenschafts-Nachwuchs Jahr für Jahr für die Zukunft der gesamten Leipziger Wissenschaftsregion leistet."
Marlies Heinz
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