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Kolloquium und Ausstellung zum 150. Geburtstag Steindorffs
8 November 2011 - UNI-LEIPZIG
Das ägyptische Museum der Universität Leipzig ehrt seinen Namensgeber Georg Steindorff (1861 bis 1951) zu dessen 150. Geburtstag mit einer Sonderausstellung und einem Festkolloquium. Der bekannte ägyptologe, nach dem das Museum und das ägyptologische Institut der Universität benannt sind, wäre am 12. November 150 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass findet am Donnerstag im neuen Seminar- und Hörsaalgebäude der Universität ein Kolloquium mit drei öffentlichen Vorträgen namhafter Experten zu den aktuellen Forschungen an den Funden aus Steindorffs Ausgrabungen statt.
Zunächst befasst sich der Leipziger ägyptologe Robert Kuhn um 14.15 Uhr mit den Funden Steindorffs im Gräberfeld von Abusir, der in die Zeit des frühen ägyptischen Staates um 2800 v. Chr. führt. Im zweiten Vortrag um 15.15 Uhr erfährt die interessierte öffentlichkeit ihm zufolge interessante Details über ein vergoldetes Kupfer-Diadem, das Steindorff Anfang des 20. Jahrhunderts in Giza fand und das zu seinen spektakulärsten Ausgrabungsstücken zählt. "So viele Schmuckstücke dieser Art gibt es nicht auf der Welt", betonte der Kustos des ägyptischen Museums, Dietrich Raue. Die Göttinger ägyptologin Heike Wilde berichte in ihrem Vortrag auch über die soziale Bedeutung von Schmuck in der Zeit um 2400 v.Chr. und über die technischen Fertigkeiten der ägypter. Beide Vorträge finden im Raum 202 des Seminargebäudes statt.
"...eine Menge gut erhaltener Tonkrüge..." ist der Titel des dritten Vortrages, in dem die Berliner Expertinnen Jana Helmbold-Doyé und Anne Seiler über bedeutsame Funde Steindorffs in Aniba (Nubien) in den Jahren 1912 bis 1914 informieren. Die interessierte öffentlichkeit erfährt hier um 18.15 Uhr im Hörsaal 2 der Universität Interessantes über das Verhältnis der Nubier zu den ägyptern. Im Anschluss daran laden das ägyptologische Institut und das Museum gemeinsam mit dem Freundeskreis zu einem Umtrunk in den Räumen des Museums im Krochhochhaus am Augustusplatz ein.
In Dessau, Steindorffs Geburtsstadt, eröffnet am 17. November eine Ausstellung mit bedeutsamen Funden des ägyptologen. Bis zum 16. Dezember sind im Stadtarchiv Dessau-Roßlau 25 teils spektakuläre Stücke aus dem Leipziger Steindorff-Museum zu sehen, die er vor allem bei Grabungen in Giza und Aniba gefunden hat. Dazu gehört unter anderem die Darstellung eines Paares aus der Zeit um 2400 v. Chr., aber auch Keramik, Kosmetikartikel und Schmuck. "Wir haben sehr gerne das Interesse seiner Geburtsstadt mit diesen Leihgaben unterstützt", sagte Raue. Im ägyptischen Museum in Leipzig werde es im Februar kommenden Jahres eine Sonderausstellung und weitere Veranstaltungen zum Jahr des 150. Geburtstags Steindorffs geben.
Georg Steindorff war ab 1904 Inhaber des ägyptologischen Lehrstuhls an der Universität Leipzig. Zwischen 1903 und 1931 unternahm er eigenverantwortlich und im Auftrag der Universität Leipzig Grabungen in ägypten.
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