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Kolloquium "Archive der Erinnerung" an der Universität Leipzig
22 September 2011 - UNI-LEIPZIG
Das Ibero-Amerikanische Forschungsseminar der Universität Leipzig (IAFSL) lädt in Zusammenarbeit mit der Philologischen Fakultät der Pontificia Universidad Católica Santiago de Chile vom 27. September bis 2. Oktober zu einem Kolloquium zum Thema "Archive der Erinnerung. Subjekt, Körper und Macht in der argentinischen, brasilianischen, chilenischen und uruguayischen Literatur, Kunst sowie den Medien zwischen 1970 und 2010" ein. Es wird am 27. September um 18.00 Uhr im Alten Senatssaal der Universität Leipzig, Ritterstraße 26, vom Botschafter Chiles in Deutschland, Jorge O'Ryan Schütz, und dem Dekan der Philologischen Fakultät, Wolfgang Lörscher, eröffnet. Interessenten sind herzlich eingeladen.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert seit 2010 das transdisziplinäre internationale Projekt des IAFSL mit der Philologischen Fakultät der Pontificia Universidad Católica Santiago de Chile zum Thema "Archive der Erinnerung" Es verfolgt das Ziel, die Aufarbeitung von Vergangenheit zu untersuchen - sowohl aus der privaten als auch aus einer historisch allgemeinen Perspektive. Besonderer Raum wird der Aufarbeitung der Diktaturen in Argentinien und Chile sowie deren unterschiedlichen Aufarbeitungsmodalitäten in Romanen, Film, Theater, Malerei und anderen Kunstmedien sowie im politischen und institutionellen Diskurs gegeben.
"Darüber hinaus soll unsere Disziplin, die über hohe Kompetenz und große Erfahrung verfügt, einen substanziellen kulturpolitischen Beitrag zu diesem Bereich leisten", sagte der Direktor des Ibero-Amerikanischen Forschungsseminars und Projektleiter Alfonso de Toro. Während im Rahmen des ersten Treffens in Santiago de Chile im September 2010 allgemeine Fragen der Archivierungs- und Erinnerungsformen standen, will das bevorstehende diesjährige Kolloquium die Rollen und Funktionen von Tätern und Opfern in den Vordergrund stellen.
Ein wichtiger Programmpunkt des Kolloquiums ist ein Rundtischgespräch über den mit dem Las-Americas-Preis 2011 ausgezeichneten Roman "Das Doppelleben" (La vida doble)" des chilenischen Schriftstellers und Intellektuellen Arturo Fontaine. Er ist ein häufiger Gast am IAFSL und auf der Leipziger Buchmesse. Nach einer Einführung von de Toro wird der Autor Auszüge aus seinem Roman in spanischer Sprache lesen, gelesen wird auch eine übersetzung der Texte ins Deutsche. Fontaine wird dann selbst referieren, und abschließend wird ihm eine Diskussionsrunde gewidmet. Die Veranstaltung findet am 28. September von 15.00 bis 18.00 Uhr im Seminargebäude der Universität Leipzig, Universitätsstraße, im Raum 104 statt. Der Roman behandelt mit den Mitteln der Fiktion den wahren Fall einer unter der Pinochet-Diktatur in die Fänge des Geheimdienstes geratenen Widerstandskämpferin, die nach mehreren Phasen der Folter aktiv für den Geheimdienst arbeitet und Vorteile genießt, bis sie schließlich nach Schweden ins Exil flieht.
In Zusammenarbeit mit den 5. Argentinischen Filmtagen wird die Tagung einige Filme zeigen beziehungsweise besprechen, wie etwa Arbeiten von Tiziana Panizza (Santiago/Chile), Patricio Guzmán und Mariano Aiello/Kristina Hille.
Das vollständige Programm ist unter http://www.uni-leipzig.de/~iafsl/Kolloqu/Memoria2011/Programm.htm verfügbar.
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