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Kirche und Social Media: neue Kommunikationswege im Gespräch
17 October 2011 - UNI-GOETTINGEN
Wissenschaftler an der Universität Göttingen diskutieren über Umgang mit sozialen Netzwerken
(pug) Wer bin ich‘ Wer kennt mich? Mit wem rede ich’ Diese und viele weitere Fragen haben Experten bei einer Fachtagung der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen diskutiert. Dabei ging es neben dem allgemeinen Phänomen „Social Media im Internet“ vor allem um die Frage, wie die Kirche und ihre Vertreter mit den interaktiven Medien umgehen sollen. In Vorträgen, Debatten und drei Forschungswerkstätten konnten sich die Teilnehmer austauschen. Dabei kamen Praktiker ebenso zu Wort wie Wissenschaftler verschiedener Disziplinen wie Informatik, Theologie, Jura, Linguistik, Medienwissenschaften oder Soziologie.
Welchen Gebrauch kann und darf die Kirche von Social Media machen‘ Lässt sich ein Kirchenraum, der zu Andacht und Gottesbegegnung einladen soll, auch virtuell so gestalten, dass spirituelle Erfahrungen online möglich sind’ Diese Themen wurden kontrovers diskutiert. Nach Ansicht der Wissenschaftler spielen Social Media auch im Kirchenalltag eine immer größere Rolle, wo zum Beispiel mit virtuellen Andachtsräumen oder Gedenkseiten für verstorbene Angehörige gearbeitet wird. „über Chancen, aber auch über Gefahren und Grenzen von Social Media muss in den Kirchen offen gesprochen werden“, betont Christina Costanza von der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen. „Dabei sollten die zurückhaltenden Stimmen gehört werden; aber es darf nicht übersehen werden, dass breite Bevölkerungsschichten, darunter auch viele Jugendliche, nur noch erreicht werden können, wenn sich die kirchliche Kommunikation auch der Social Media bedient. Besser noch: Wenn sich kirchliche Haupt- und Nebenamtliche offen, persönlich und gesprächsbereit in diesen neuen Kommunikationsräumen bewegen. Zum Beispiel auf Facebook, bei Twitter oder in einem eigenen Blog der Kirchengemeinde. In diesen Räumen das Evangelium zu kommunizieren und zu inszenieren, das ist eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche der Zukunft.“
Durch Angebote wie soziale Netzwerke, Foren und mobile Endgeräte wie Smartphones oder iPads verändern sich nach Ansicht der Experten unsere soziale Interaktion und Alltagskommunikation. „öffentlichkeit wird privat, Privatheit wird öffentlich“; so die Göttinger Theologin Christina Ernst. „Wir müssen uns im Netz selbst Räume schaffen, in denen wir je nach persönlichem Bedürfnis und konkreter Situation Grenzen neu ziehen und neue Möglichkeiten vor allem von Privatheit erfinden – wie zum Beispiel Fotos auf Facebook mit unkenntlichem Gesicht.“ Sein ganz persönliches Fazit gab ein Teilnehmer über Twitter bekannt: „Keine Angst vor dem Social Web. Das gilt auch und vor allem für die Kirche.“
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