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Kalzium am Steuer
Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt Forschergruppe für weitere drei Jahre
Auf geht es in die zweite Runde: Eine deutschlandweite Forschergruppe, die seit 2008 verschiedene durch Kalzium gesteuerte Reaktionskaskaden in Pflanzenzellen untersucht, erhält eine weitere Förderung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die DFG stellt dem Forscherteam, das von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) koordiniert wird, für die kommenden drei Jahre insgesamt 3,2 Millionen Euro zur Verfügung. Rund 915.000 Euro gehen in dieser zweiten Förderperiode an die beteiligten Münsteraner.
Kalzium steuert als Botenstoff in Zellen viele verschiedene Reaktionen, Anpassungs- und Entwicklungsprozesse in lebenden Organismen. Zum Beispiel sorgen Kalziumionen dafür, dass sich die Spaltöffnungen in den Blättern von Pflanzen bei Trockenheit schließen. Dadurch verlieren die Pflanzen weniger Wasser durch Verdunstung. "Uns ist es in den vergangenen drei Jahren sehr erfolgreich gelungen, eine Reihe beteiligter Proteine zu identifizieren und Signalwege aufzuklären", betont Koordinator Jörg Kudla vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen (IBBP) der WWU. "Unser Ziel für die nächste Projektphase ist es, Signalwege nachzustellen – außerhalb lebender Organismen, aber auch in Hefezellen. Dadurch erhoffen wir uns tiefe Einblicke in die Wirkungsweise und die Funktion dieser Reaktionsketten." Die Forscher nehmen dabei besonders die Wechselwirkungen zwischen kalzium- und hormongesteuerten Reaktionskaskaden in den Blick. Die Erkenntnisse könnten in Zukunft auch dazu beitragen, stresstolerantere Nutzpflanzen zu züchten.
Ein Schwerpunkt des Projektes ist die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern. "Wir haben in der ersten Runde 15 Doktoranden gefördert, die direkt von der DFG finanziert wurden. Zusätzlich waren weitere 20 Doktoranden, Masterkandidaten und Postdoktoranden in das Projekt eingebunden", erklärt Jörg Kudla. "Wir wollen die Ausbildung von Nachwuchsforschern in dieser Größenordnung fortführen." Dabei biete die Forschergruppe ein ideales Arbeitsumfeld, da die beteiligten Arbeitsgruppen über eine sehr unterschiedliche Expertise verfügten und eine interdisziplinäre Ausbildung ermöglichten.
Die Forschergruppe mit der DFG-Nummer 964 geht in unveränderter Konstellation in die zweite Runde: Neben Jörg Kudla ist Michael Hippler vom IBBP als Leiter eines zentralen Projekts zur Analyse von Proteinen beteiligt. Weitere Partner sind Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, der Universität Erlangen, der Universität Heidelberg, der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Technischen Universität München und der Universität Würzburg. Für die erste Förderperiode hatte die DFG rund 2,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
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