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Hohe Auszeichnung für Arne Skerra

Prof. Arne Skerra (Bild: TUM)
Für seine bahnbrechenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der biologischen Chemie hat Arne Skerra den ,,Chemistry Award" der Stadt Burghausen erhalten. Er teilt sich den mit 25.000 Euro dotierten Preis mit der Diplombiologin und Studiendirektorin Waltraud Habelitz-Tkotz, die für ihr Engagement in der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung geehrt wurde.
Skerra hat seit 1998 den Lehrstuhl für Biologische Chemie an der Technischen Universität München inne. Seine Forschungsarbeiten im Bereich der molekularen Biotechnologie und des Protein-Engineering umfassen einerseits die Entwicklung funktional maßgeschneideter künstlicher Proteine, andererseits die funktionelle und strukturelle Analyse biologisch relevanter natürlicher Proteine. Für die Entwicklung der Anticaline, einer neuen Klasse von Rezeptorenproteinen mit antikörper-ähnlichen Eigenschaften, wurde Skerra 2004 für den Deutschen Zukunftspreis nominiert und 2005 mit dem Karl Heinz Beckurts-Preis ausgezeichnet.
Aufsehen erregte er 2008 mit der Publikation seiner Ergebnisse zur Naturkonstante der Proteinfaltung. Die dabei entdeckte Gesetzmäßigkeit ermöglicht den Biowissenschaften, die dreidimensionale Struktur und Stabilität von Eiweißstoffen zu verstehen und vorherzusagen. Praktische Anwendungen ergeben sich für die Stabilisierung von Enzymen, beispielsweise in Waschmittel und Lebensmitteln oder bei der Behandlung von Proteinfaltungskrankheiten wie Creutzfeldt-Jakob oder Alzheimer.
Auch die Umsetzung seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse in eine industrielle Anwendung treibt Skerra erfolgreich voran. Die von ihm im Jahr 2001 gegründete Pieris AG arbeitet an der Entwicklung und klinischen Prüfung des Anticalin-Wirkstoffes, u.a. auf dem Gebiet der Tumortherapie. Seit August 2011 beteiligen sich die Pieris AG und die TU München zudem an dem EU-Forschungsprojekt EUROCALIN, das ein Anticalin-Therapeutikum gegen Anämie entwickelt.
Die Stadt Burghausen hat den "Chemistry Award" in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben. Er würdigt gleichermaßen herausragende wissenschaftliche Innovationen und die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses. Erster Preisträger war im Jahr 2007 der amerikanische Wissenschaftler und Nobelpreisträger Dan Nocera.
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