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Heitfeld-Preise

Prof. Dr. Harald Strauß, Eric Salomon, Dr. Benjamin Bomfleur, Rebecca Bast, Martin Oeser und Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles (v.l., Dr. Matthijs Arjen Smit war bei der Veranstaltung nicht anwesend) Foto: WWU - Peter Grewer
Absolventen wurden für ihre Forschungsarbeiten von der Rektorin und vom Dekan gelobt
Es ist wichtig Wissen zu bewahren und andere damit "anzustecken", das war eine der Botschaften von Ursula Nelles, Rektorin der Universität Münster, bei der Verleihung der Heitfeld-Preise für herausragende Absolventen des Instituts für Geologie und Paläontologie. Sie beglückwünschte die fünf Preisträger und dankte dem Stifterehepaar Karl-Heinrich und Hildegard Heitfeld. Sie wies dabei auch auf die Spendenkampagne für das neue Geomuseum hin. "Wir hoffen, dass Heitfelds Engagement hier ein Vorbild ist", betonte Ursula Nelles. Die Auszeichnungen für wissenschaftlichen Nachwuchs wurden am heutigen Dienstag, 25. Oktober, zum zehnten Mal an der Universität Münster vergeben.
Benjamin Bomfleur und Matthijs Arjen Smit wurden für ihre Doktorarbeiten ausgezeichnet, Rebecca Bast, Martin Oeser und Eric Salomon für ihre Masterarbeiten. Die Preise für die Doktorarbeiten sind mit jeweils 1250 Euro dotiert, die Preise für die Masterarbeiten mit je 500 Euro. Der Dekan des Fachbereichs Geowissenschaften, Hans Kerp, überreichte die Auszeichnungen im Rahmen einer Feierstunde im Schlossgarten-Café.
Rebecca Bast (26 Jahre) untersuchte in ihrer Masterarbeit die Entwicklungsgeschichte metamorpher Gesteine in einer Region in Südnorwegen. Speziell interessierte sie die Herkunft von Fluiden, also von Lösungen, die durch das Gestein zirkuliert sind und dessen chemische und mineralogische Zusammensetzung, maßgeblich beeinflusst haben. Sie verwendete Bor-Isotope als "geochemischen Fingerabdruck", um marine und magmatische Flüssigkeiten als mögliche Fluidquellen zu identifizieren.
Martin Oeser (27) widmete sich in seiner Masterarbeit den Gesteinen einer Region im Osten der Arabischen Halbinsel, welche vor 95 Millionen Jahren mit Meerwasser bedeckt waren. Durch eine Untersuchung von Schwefelisotopen rekonstruierte er Aspekte der Entstehungsgeschichte. Unter anderem konnte er mikrobiellen Schwefelumsatz in Gesteinen vulkanischen Ursprungs nachweisen.
Eric Salomon (26) untersuchte die sogenannte Cal-Überschiebung, eine tektonische Verwerfung unter der Millionenstadt Mendoza im Vorland der argentinischen Anden. Er suchte nach Hinweisen auf Erdbeben in vergangenen Jahrhunderten und zeigte, dass die Überschiebung bereits mehrfach schwere Erdbeben ausgelöst hat. Auch in Zukunft, so das Fazit, müssen die Bewohner Mendozas mit derartigen Erdbeben rechnen.
Benjamin Bomfleur (32) analysierte in seiner Dissertation Pflanzenfossilien aus Gesteinsaufschlüssen des antarktischen Festlands. Damit konnte er die Physiologie und die Verwandtschaftsbeziehungen dieser heute ausgestorbenen Pflanzen klären und die Umweltbedingungen in den längst vergangenen polaren Regenwäldern der "Treibhaus-Erde" vor gut 200 Millionen Jahren rekonstruieren. Darüber hinaus konnte er anhand von fossilen Pollen und Sporen die erdgeschichtliche Endwicklung dieses Teils der Antarktis und damit den beginnenden Zerfall des Superkontinents Gondwana zeitlich sehr genau einordnen.
Matthijs Arjen Smit (29) befasste sich in seiner Dissertation mit der Entstehung des kaledonischen Gebirges in Skandinavien, die während des frühen Ordoviziums (vor etwa 490 Millionen Jahren) begann. Für die Gebirgsbildung verantwortlich war ein sogenannter Subduktionsprozess. Bei diesem Prozess schiebt sich eine tektonische Platte unter die andere. Um die geologische Geschichte nachzuvollziehen, verknüpfte Matthijs Smit geochemische Daten mit strukturellen Untersuchungen der Gesteine und geochronologischen Isotopenanalysen. So gelang es ihm, Einzelheiten des Subduktionsprozesses zu rekonstruieren.
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