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Globale Aktivitäten zur Nutzung von CO2 stärker vernetzen
Die vielfältigen globalen Bemühungen zur Verwendung von Kohlendioxid als chemischen Rohstoff müssen nach Ansicht internationaler Experten stärker vernetzt werden. Das ist der Tenor eines Symposiums an der RWTH Aachen University, auf dem am Donnerstag Wissenschaftler aus aller Welt mit Vertretern von Wirtschaft und Politik über Chancen und Herausforderungen der CO2-Nutzung diskutierten. Das Thema gewinnt vor dem Hintergrund von Klimawandel und Ressourcenknappheit zunehmend an Bedeutung.
„Kohlendioxid als Rohstoff zu verwenden, ist ein wichtiges und zukunftsträchtiges internationales Forschungsfeld“, betonte Walter Leitner, Professor für Technische Chemie und Mitglied des Strategierats der RWTH Aachen: „Wenn wir uns weiterhin erfolgreich in dieser Richtung engagieren möchten, bedarf es eines engeren Schulterschlusses von Experten auf allen Ebenen. Die RWTH Aachen ist als Integrierte Interdisziplinäre Technische Hochschule hervorragend darauf vorbereitet, diese Herausforderung anzugehen.“
Dreiklang von Forschung, Wirtschaft und Politik
An dem Treffen nahmen rund 70 Fachleute teil, darunter neben Wissenschaftlern aus Ländern wie Frankreich, Italien und den USA auch Vertreter von EU-Kommission und deutschen Bundesministerien. Die Zusammenkunft am CAT Catalytic Center, einer an der RWTH Aachen University angesiedelten Einrichtung zur Katalyseforschung, stand unter dem Motto “Innovation in large-volume CO2 recycling with sustainable energy sources: Science, politics and business opportunities”.
Gabriele Centi, Professor für technische Chemie an der Universität Messina, unterstrich, dass noch lange nicht alle Ziele zur stofflichen Nutzung von CO2 identifiziert sind – dies gehe nur branchen- und disziplinenübergreifend. „Erst dann kann das Potential des Rohstoffs CO2 vollständig genutzt werden. Derzeit sind wir davon noch einiges entfernt, aber es ist absolut die Mühe wert“, so Centi.
„Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt Projekte zur stofflichen Nutzung von CO2 im Rahmenprogramm Forschung für Nachhaltige Entwicklungen als Teil der High-Tech Strategie der Bundesregierung“ unterstrich Lothar Mennicken vom BMBF, „damit haben wir maßgeblich neue Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zwischen Forschungseinrichtungen und der gewerblichen Wirtschaft stimuliert und zur Stärkung des Wissenschafts- und Technologiestandorts Deutschlands auf diesem Gebiet beigetragen“. Er nahm das Symposium zum Anlass, die Bewilligungsbescheide für ein neues Forschungs- und Entwicklungsprojekt zur CO2-Nutzung an das Konsortium aus RWTH Aachen, Bayer und RWE zu überreichen.
„Um nachhaltig Ergebnisse zu erzielen, benötigt man eine intensivere interdisziplinäre Zusammenarbeit, mehr Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie eine stärkere Konzentration auf anwendungsorientierte Forschung“, erklärte Dr. Mario Tobias, Generalsekretär des Instituts for Advanced Sustainability Studies in Potsdam. „Die Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichkeit sind bislang noch nicht ausreichend definiert – das müssen wir dringend nachholen.“
Erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt
Als Beispiel für eine gelungene Kooperation verwiesen die Experten unter anderem auf das Projekts „Dream Production“, an dem neben der RWTH Aachen University und dem CAT Catalytic Center noch das Chemieunternehmen Bayer und der Energieversorger RWE beteiligt sind. Die Initiative zielt auf die Herstellung hochwertiger Kunststoffe mit Hilfe von Kohlendioxid ab, das einen Teil des Erdöls als Lieferant des nötigen Elements Kohlenstoff ersetzt. Das Projekt wird mit Mitteln der Bundesregierung unterstützt.
Die Bedeutung solcher Förderprojekte hob Alexis Bazzanella von der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. hervor: „Geeignete zentrale Förderprogramme wie etwa die Hightech-Strategie der deutschen Regierung tragen erheblich dazu bei, den Initiativen zu CO2-Nutzung zum Durchbruch zu verhelfen.“
„Wichtig für eine gute Zusammenarbeit sind die richtigen Partner“, betonte auch Walter Leitner. „Hier kann das CAT Catalytic Center ebenfalls wertvolle Dienste leisten. Schließlich bedeutet das chinesische Schriftzeichen für Katalyse auch Heiratsvermittler.“
Auf dem Podium diskutierten (von links nach rechts): Gabriele Centi, University of Messina Tony van Osselaer, BayerMaterialScience Walter Leitner, RWTH Aachen Alexis Bazzanella, DECHEMA Mario Tobias, IASS Christoph Gürtler, BayerMaterialScience. Foto: Martin Lux
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