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Exzellenzinitiative
DFG und Wissenschaftsrat entscheiden über zwei Neu- und einen Folgeantrag der WWU
Rechtzeitig vor Fristende hat die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) die ausgearbeiteten Anträge für die letzte Runde der Exzellenzinitiative an die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geschickt: Neuanträge für einen Exzellenzcluster "Cells in Motion" und eine Graduiertenschule "Evolution" sowie einen Verlängerungsantrag für den bereits bestehenden erfolgreichen Cluster "Religion und Politik". Auch dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes hat die Universität die Anträge übermittelt.
Rektorin Ursula Nelles betonte, dass die Universität Münster mit den Anträgen drei aussichtsreiche Projekte in das Rennen um eine Förderung geschickt habe. "Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sehr viel Zeit investiert und großen Einsatz gezeigt. Der Forschungsbeirat hat dabei hervorragende Unterstützung geleistet", betonte sie. "Der Exzellenzcluster Religion und Politik hat sich in den vergangenen vier Jahren etabliert, und seine Expertise wird deutschlandweit wahrgenommen. Die anderen beiden Anträge beruhen ebenfalls auf langjährigen etablierten interdisziplinären Forschungsnetzwerken."
Die Exzellenzclusterinitiative "Cells in Motion - Visualisierung und Steuerung von Zellverhalten in lebenden Organismen" basiert auf dem "Cells in Motion Interfaculty Center" (CiMIC), einem Zusammenschluss von Wissenschaftlern aus Medizin, Naturwissenschaften und Mathematik der WWU sowie Forschern des Max-Planck-Instituts für molekulare Biomedizin in Münster. Im Fokus stehen die Bausteine aller lebenden Organismen – Zellen – und ihr dynamisches Zusammenspiel für die Entwicklung und Aufrechterhaltung höherer biologischer Funktionen. Sprecherin ist Lydia Sorokin aus der Medizinischen Fakultät.
Die Graduiertenschule Evolution verspricht durch die interdisziplinäre Anwendung evolutionärer Konzepte nicht nur Durchbrüche in der Grundlagenforschung. Sie soll auch helfen, die Ursachen von drängenden Menschheitsproblemen wie Klimawandel, biologische Invasionen oder Epidemien zu verstehen und nachhaltige Lösungen zu erarbeiten. Beteiligte Disziplinen sind Biologie, Geowissenschaften, Mathematik, Medizin, Philosophie, Theologie. Sprecher ist Joachim Kurtz vom Fachbereich Biologie.
Bereits im Jahr 2007 ist es der WWU gelungen, in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative den nach Mitgliederzahlen inzwischen größten geisteswissenschaftlichen Cluster nach Münster zu holen. Die beteiligten Wissenschaftler aus 20 Fächern der Geistes- und Sozialwissenschaften erforschen das komplexe Verhältnis von Religion und Politik. Sie vergleichen Epochen und Kulturen und decken dabei einen Rahmen von der Antike bis zur Gegenwart und von Amerika über Europa bis in die arabische und asiatische Welt ab. Teil des Exzellenzclusters ist eine Graduiertenschule mit fast 50 Doktoranden, die den wissenschaftlichen Nachwuchs fördert, und ein Zentrum für Wissenschaftskommunikation, das die Forscher in Dialog mit der Öffentlichkeit bringt. Derzeitiger Sprecher ist Gerd Althoff vom Fachbereich Geschichte und Philosophie.
Die endgültige Entscheidung über die Anträge wird im Juni 2012 fallen – am 1. November 2012 beginnt die Förderung für die Jahre 2012 bis 2017.
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