Es tut sich was am Wendelstein:

Mit Kayser-Threde als Hauptauftragnehmer wird derzeit im Auftrag der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und dem Staatlichen Bauamt München 2 ein technisch hoch innovatives Teleskop für das astrophysikalische Wendelstein-Observatorium realisiert. Hierbei handelt es sich um ein leistungsfähiges Teleskop der 2-Meter Klasse mit einem optischen Ritchey-Chrètien-System und einer Azimutalmontierung, die Teleskopbewegungen in zwei Achsen ermöglicht. Die Initiative und Konzeption für das neue Teleskop auf dem Gipfel des Münchner Hausberges ging von der Universitäts-Sternwarte aus. Das Fraunhofer-Teleskop soll die internationale Reputation und Konkurrenzfähigkeit der astrophysikalischen Forschung und Lehre an der LMU sichern und ausbauen sowie die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses mit modernem Gerät gewährleisten.

Die Münchner High-Tech-Schmiede Kayser-Threde ‘ eigentlich für Weltraum-Teleskope und Satelliten bekannt - wurde mit der gesamten Projektleitung betraut. Die Arbeiten, die mit Mitteln des Freistaates Bayern und des Bundes realisiert werden, reichen von Konzeption und Beschaffung der Optik - die drei Teleskopspiegel hatten eine Fertigungszeit von 20 Monaten ’ sowie der Spiegelzelle über die gesamte Projekt-Logistik bis hin zur Inbetriebnahme des Teleskops auf dem Berg. Kayser-Thredes Unterauftragnehmer Astelco aus Martinsried bei München verantwortet Montierung, Tubus und Steuerung und liefert die Software. Der Stahlbau wurde an die Firma Leicht Maschinenbau aus Hallstadt bei Bamberg vergeben.

Am 9. August 2011 flogen die Bauteile des Robotik-Teleskops an einem Lastenhubschrauber hängend vom Sudelfeld aus hinauf zur Sternwarte. Ein Dutzend Flüge waren notwendig, um die zwischen zwei und knapp fünf Tonnen schweren Komponenten zu verlagern. Der Pilot setzte die teils eingewickelten, teils in Kisten verstauten Komponenten mit Hilfe seiner Einweiser und zusätzlichen Helfern im Flug präzise auf den zugewiesenen Stellen der dafür doch recht engen Plattform ab. Aufgrund der Wetterverhältnisse konnte nicht durchgehend geflogen werden. 

Der in der Vorwoche ebenfalls per Lasthubschrauber eingeflogene und montierte Baukran unterstützt den jetzt folgenden Zusammenbau des Teleskops. Sobald die Montierung des Teleskops steht und funktionsfähig ist, wird der Kran wieder per Schwerlast-Heli-Einsatz abgebaut. Das für denselben Tag vorgesehene Einschweben der drei Teleskop-Spiegel schließt dann die Anlieferung von Teleskopbauteilen auf den Gipfel ab. 

‘Normalerweise haben wir zu unseren optischen Systemen keinen Zugang mehr, weil sie im All ein-gesetzt werden. Umso mehr freut es mich, dass wir bei diesem schönen Projekt die Qualität unserer Arbeit direkt vor Münchens Haustüre demonstrieren können. Ich bin stolz auf das bisher Geleistete und blicke genau wie die Wissenschaftler der Inbetriebnahme mit Freude und Spannung entgegen.’ so Jürgen Breitkopf, Geschäftsführer der Kayser-Threde GmbH.

Das mit eingebauter Optik 22 Tonnen schwere Hochtechnologieteleskop soll ‘ mit einem monolithischen Hauptspiegel von zwei Metern Durchmesser - den Astronomen der LMU ganz neue Welten eröffnen. Mit diesem Teleskop können bis zu fünf Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxien, aber auch immer noch nicht identifizierte sogenannte ’Dunkle Materie’ erforscht werden. Es ersetzt das aus dem Jahr 1987 stammende alte 80 Zentimeter Teleskop und ist damit die zentrale Beobachtungsplattform der Universitätssternwarte München.

Eine Baustelle auf 1838 Metern über dem Meeresspiegel ist eine Herausforderung für alle Beteiligten: Die Planer müssen berücksichtigen, dass ihr Gebäude bis zu vier Meter hoch eingeschneit werden kann und Windgeschwindigkeiten bis zu 260 Kilometer pro Stunde standhalten muss. Das Baumaterial wurde größtenteils per Hubschrauber angeliefert. Gebaut wird die neue Teleskop-Plattform samt Kuppel seit Mai 2009, in Betrieb geht das Teleskop schließlich nach erfolgter Montage, Optik Justage und Tests Ende 2011.

Fotogalerie mit Bildern zum Transport des Teleskops
Die Fotos können Sie gerne unter presse [a] lmu (p) de oder julia.riedl [a] kayser-threde (p) com anfordern.

Über Kayser-Threde. Kayser-Threde ist ein führendes Systemhaus, das sich auf Entwicklung und Implementierung von High-Tech Lösungen für Raumfahrt, Wissenschaft und Industrie spezialisiert hat. Die umfangreiche Angebotspalette beinhaltet Systemlösungen für bemannte und unbemannte Raumfahrtmissionen, optische Systeme und Prozessleittechnik. Neben dem Technologieerprobungsträger TET-1 realisiert das Unternehmen derzeit einen weiteren nationalen Satelliten: EnMAP wird als optischer Hyperspektralsatellit der weiteren Erforschung unserer Umwelt dienen. Kayser-Threde ist ein Unternehmen der im Prime Standard notierten OHB AG, Bremen.

 

 
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