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Ehrendoktorwürde für den Mathematiker John H. Coates

In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Verdienste auf dem Gebiet der Zahlentheorie wird der Mathematiker John H. Coates von der University of Cambridge mit der Ehrendoktorwürde der Heidelberger Naturwissenschaftlich-Mathematischen Gesamtfakultät ausgezeichnet. Die Verleihung der „Würde eines Doktors der Naturwissenschaften ehrenhalber“, die der australische Wissenschaftler auf Vorschlag der Fakultät für Mathematik und Informatik der Universität Heidelberg erhält, findet im Anschluss an die neu eingerichtete Emil-Artin-Vorlesungsreihe am 20. Januar 2012 statt.

Coates gilt als einer der weltweit wichtigsten Vertreter der Zahlentheorie. Der Wissenschaftler wird für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Arithmetischen Geometrie sowie die Förderung des wissenschaftlichen Austauschs zwischen den Universitäten Cambridge und Heidelberg geehrt. Nach seinem Mathematikstudium und der Promotion im Jahr 1969 lehrte und forschte John H. Coates (Jahrgang 1945) an verschiedenen Universitäten, darunter an der Harvard University und der Stanford University in den USA. Seit 1986 ist der gebürtige Australier als Mathematik-Professor an der University of Cambridge in Großbritannien tätig. Sein wohl berühmtester Schüler ist der englische Mathematiker Andrew Wiles, der 1994 die Fermatsche Vermutung bewies. Zusammen hatten die beiden 1977 einen ersten Spezialfall der Birch & Swinnerton-Dyer Vermutung über die Arithmetik elliptischer Kurven gezeigt. Zuletzt hat sich Coates als Wegbereiter der Nicht-kommutativen Iwasawa-Theorie hervorgetan.

Zum Auftakt des Festaktes am 20. Januar sprechen der Rektor der Ruperto Carola, Bernhard Eitel, und der Dekan der Fakultät für Mathematik und Informatik, Rolf Rannacher. Die Laudatio auf John H. Coates hält der Direktor des MAThematik Center Heidelberg (MATCH), Otmar Venjakob. Anschließend wird Peter Schneider vom Mathematischen Institut der Universität Münster die wissenschaftlichen Leistungen von Coates würdigen. Die Veranstaltung in der Aula der Alten Universität beginnt um 16 Uhr.

Zuvor lädt die Fakultät für Mathematik und Informatik zu der neu eingerichteten Emil-Artin-Vorlesung ein. Als erster Redner wird der französische Mathematiker Pierre Colmez einen Vortrag über „Analytic Continuation of L-Functions“ halten. Der Wissenschaftler wird über den Zusammenhang zwischen p-adischen Galois-Darstellungen und Modulformen sowie deren L-Funktionen sprechen. Der Professor am Institut de Mathématiques de Jussieu an der Université Pierre et Marie Curie gilt als führender Experte auf dem Gebiet der p-adischen Analysis. Der englischsprachige Vortrag findet in der Aula der Alten Universität statt und beginnt um 14.15 Uhr.

Mit dem Vortragsangebot sollen bedeutende Entwicklungen und grundlegende Beiträge in der Mathematik gewürdigt und einer mathematisch interessierten öffentlichkeit vorgestellt werden. Der 1962 gestorbene österreicher Emil Artin war einer der führenden Algebraiker und Zahlentheoretiker des 20. Jahrhunderts. Die nach ihm benannten Artinschen L-Reihen, das Artinsche Reziprozitätsgesetz und die Artinschen Ringe sind zu fundamentalen Begriffen in der Mathematik geworden.

Informationen im Internet können unter der Adresse www.match.uni-heidelberg.de/ehrenpromotion.php abgerufen werden.

 
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