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Ehrendoktor für Alfred Forchel

Universitätspräsident Alfred Forchel (rechts) bekommt den Ehrendoktortitel der Technischen Universität Breslau verliehen. Links Jan Misiewicz, der die Laudatio hielt, in der Mitte Rektor Tadeusz Wieckowski. Foto: Lukas Worschech
Die Technische Universität Breslau (Polen) hat dem Würzburger Universitätspräsidenten Alfred Forchel den Titel eines Ehrendoktors verliehen. Damit werden seine Leistungen in der Wissenschaft und seine Verdienste um die polnische Universität gewürdigt.
Den Ehrendoktortitel bekam Alfred Forchel (59) am 16. November bei einem Festakt an der Technischen Universität Breslau verliehen. Die Laudatio sprach Professor Jan Misiewicz. Mit ihm arbeitet Forchel seit vielen Jahren in der Physik und Nanostrukturtechnik zusammen.
„Professor Alfred Forchel ist ein weltberühmter, hervorragender Physiker auf den Gebieten der Photonik, Optoelektronik, Quantenphysik und Nanotechnologie“, so Misiewicz. Im Mikrostrukturlabor der Universität Würzburg seien unter seiner Leitung zahlreiche Fortschritte bei der Herstellung von Nanostrukturen gelungen. Auf diesem Gebiet ist das Würzburger Labor weltweit führend.
Forschung mit Praxisbezug
Praktische Anwendungen seien ein sehr wichtiger Aspekt bei Forchels Forschung. So gründete der Würzburger Physiker 1998 die Firma Nanoplus. Das Unternehmen stellt Halbleiter-Laserdioden für die Sensorik her.
„Bedeutende Erfolge hat Alfred Forchel auch im Hochschulbereich und in der Bildung zu verbuchen“, so Misiewicz in seiner Laudatio. Er sei einer der Väter des Studiengangs Nanostrukturtechnik, des ersten ingenieurwissenschaftlichen Studiengangs an der Uni Würzburg. Unter seiner Leitung entstanden zudem zahlreiche Dissertationen und Habilitationsarbeiten.
Verdienste um die TU Breslau
Die Kooperation zwischen Alfred Forchel und der Technischen Universität (TU) Breslau begann 1998. Seitdem hat er sich viele Verdienste um die polnische Hochschule erworben. Als Folge der Kooperation erschienen mehr als 70 Publikationen in hochrangigen wissenschaftlichen Zeitschriften. „Vier gemeinsam realisierte EU-Projekte brachten der TU Breslau mehr als eine Million Euro Drittmittel ein“, so Misiewicz.
„Dank der Zusammenarbeit mit Professor Forchel wurden in Breslau sieben internationale Konferenzen veranstaltet. Sie ermöglichten es uns, gute e mit der Universität Stanford und der Universität Tokio zu knüpfen“, sagte der Laudator weiter.
Uni-Partnerschaft seit 2009
Eine der ersten Amtshandlungen von Alfred Forchel als Präsident der Uni Würzburg war es, Ende 2009 einen offiziellen Partnerschaftsvertrag mit der TU Breslau zu schließen. Seitdem hat sich der Austausch von Studierenden und Lehrenden intensiviert. Studierende und Doktoranden aus Polen nehmen an Sommerschulen in Würzburg teil oder machen hier Experimente für ihre Diplomarbeiten. Umgekehrt halten Mitarbeiter des Lehrstuhls für Technische Physik Vorlesungen in Breslau.
Der jüngste Erfolg der Zusammenarbeit: 2010 erhielten Forchel und Misiewicz gemeinsam den mit 100.000 Euro dotierten Copernicus-Preis. Damit würdigten die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Stiftung für polnische Wirtschaft die Verdienste der beiden Professoren um die deutsch-polnische Kooperation.
„Mit der Aufnahme von Professor Forchel in die Reihe unserer Ehrendoktoren ehren wir eine hervorragende Persönlichkeit, einen Gelehrten von Weltrang und einen hochgeschätzten Universitätslehrer.“ Mit diesen Worten beendete Misiewicz seine Laudatio auf den Präsidenten der Universität Würzburg.
Werdegang von Alfred Forchel
Alfred Forchel (Jahrgang 1952) stammt aus Stuttgart. An der dortigen Universität studierte er Physik; auch seine Promotion (1983) und die Habilitation (1988) schloss er in Stuttgart ab. Außerdem leitete er dort von 1984 bis 1990 das Mikrostrukturlabor der Universität.
1990 folgte Forchel dem Ruf auf den Würzburger Lehrstuhl für Technische Physik. Auch hier übernahm er die Leitung des Mikrostrukturlabors, das 1994 in Betrieb ging. 2009 wurde er zum Präsidenten der Universität Würzburg gewählt, das Amt trat er am 1. Oktober 2009 an.
Von: Robert Emmerich
17.11.2011, 16:57 Uhr
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