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Die Universität zu Köln würdigt herausragende Leistungen
Universitätspreise für die Erforschung magnetischer Skyrmionen, eine Dissertation über Vertragstheorie und das Projekt ,,Weltwissen"
Die Universität zu Köln verleiht mit Unterstützung von KölnAlumni - Verein der Freunde und Förderer die diesjährigen Universitätspreise im Rahmen des Jahresempfangs des Rektors.
Die Preise werden für hervorragende, wissenschaftliche Leistungen und Projekte vergeben und sind jeweils mit 5000 Euro dotiert. Die Preisträger werden in der Kategorie Forschung, Nachwuchs und Lehre ausgezeichnet.
Professor Achim Rosch vom Institut für Theoretische Physik der Universität zu Köln erhält den Universitätspreis in der Kategorie ,,Forschung" für seine bahnbrechenden Arbeiten zu sogenannten magnetischen Skyrmionen. Dadurch konnte erstmals die Existenz von magnetischen Wirbeln in Metallen nachgewiesen werden. Diese Forschungen eröffnen neue Perspektiven u.a. im Bereich der Magnetismus-Forschung.
Die Experimente hat die Gruppe um Professor Christian Pfleiderer in München durchgeführt, die Theorie hat Professor Rosch mit seiner Gruppe entwickelt. Rosch erforschte, wie magnetische Wirbel mit ultrakleinen Strömen manipuliert werden können. Die dabei verwendeten Ströme waren 100.000 Mal kleiner als in den Experimenten anderer Gruppen.
Professor Rosch wurde 1969 geboren und studierte Physik an der Universität Karlsruhe. Nach einem Forschungsaufenthalt in den USA und der Gründung einer Emmy-Noether-Gruppe an der Universität Karlsruhe erreichte ihn der Ruf der Universität zu Köln. Hier lehrt er seit 2004. 2002 wurde er mit dem Physikpreis der Akademie der Wissenschaften Göttingen ausgezeichnet.
Eva Hoppe vom Staatswissenschaftlichen Seminar der Universität zu Köln erhält den Universitätspreis in der Kategorie ,,Nachwuchs" für ihre Dissertation ,,Essays on Contract Design and Incentive Provision". In ihrer Doktorarbeit untersucht sie, wie vertragliche Vereinbarungen ausgestaltet werden müssen, wenn es relevante Informationen gibt, die nicht allen Vertragsparteien bekannt sind.
Eines der Ergebnisse ihrer Forschungen: Die ökonomischen Anreizwirkungen der Vereinbarungen sind in diesem Fall von zentraler Bedeutung.
Hoppe nutzt sowohl das Instrumentarium der Mikroökonomik als auch Laborexperimente. Ihre Arbeiten sind für ein breites Spektrum aktueller und wirtschaftspolitisch bedeutsamer Fragen relevant. Beispielsweise hat sie Beschaffungsprobleme des öffentlichen Sektors (u.a. im Rahmen sogenannter ,,Public-Private Partnerships") aus vertragstheoretischer Perspektive analysiert.
Eva Hoppe wurde 1982 geboren und studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln. Verbunden mit einem Aufenthalt an der Bocconi Universität in Mailand hat sie darüber hinaus den CEMS Master of Science in International Management erworben. Ihre Dissertation hat sie am Lehrstuhl von Patrick Schmitz erstellt. Die Ergebnisse ihrer Forschung wurden in international führenden Fachzeitschriften veröffentlicht. Sie wurde von der Gesellschaft für experimentelle Wirtschaftsforschung mit dem Heinz Sauermann-Preis 2010/11 und vom Verein für Socialpolitik mit dem Reinhard-Selten-Preis 2011 ausgezeichnet.
Professor Thomas Lubjuhn von der Fachgruppe Biologie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln erhält den Universitätspreis in der Kategorie ,,Lehre und Studium" zusammen mit Christina Mandt M.A. für das von ihm ins Leben gerufene Projekt ,,Weltwissen", das im Rahmen der Ausschreibung ,,Innovation in der Lehre" vom Rektorat den Zuschlag für eine Förderung erhalten hat. Professor Lubjuhn und Christina Mandt beleuchteten in interdisziplinären Vortragsreihen aktuelle oder zeitlos zentrale Themen: Im Zwei-Wochen-Rhythmus behandelte ein wechselnder Gastreferent das übergeordnete Thema aus der Perspektive seines Fachbereichs und diskutierte mit dem Publikum. Im Sommersemester 2010 startete das Angebot erstmalig mit den beiden Reihen "Weltwissen: Evolution" und "Weltwissen: Tod und Sterben", im darauffolgenden Semester fanden "Weltwissen: Das Gehirn" und "Weltwissen: Arbeit" statt. Im Sommersemester 2011 veranstaltete das Projekt "Weltwissen: Das Universum". Alle Veranstaltungsreihen erfreuten sich einer außerordentlichen Besucherresonanz, sowohl bei den Studierenden aller Fakultäten als auch bei der interessierten Öffentlichkeit.
Professor Lubjuhn wurde 1962 geboren und studierte Biologie an der Universität Bielefeld. Er wurde 2005 an der Universität Bonn zum außerplanmäßigen Professor ernannt und vertrat anschließend eine Professur an der Universität Münster (2005-2007). 1995 erhielt er den Promotionspreis der Deutschen Zoologischen Gesellschaft und 2001 den Horst-Wiehe-Preis der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft. Die Fachschaft Biologie der Universität Münster verlieh ihm 2005 die Auszeichnung "Der goldene Hans" für den besten Lehrenden des Jahres. Seit 2008 ist er als Koordinator für Lehre und Studium der Fachgruppe Biologie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln tätig.
Christina Mandt wurde 1983 geboren und studierte von 2002 - 2009 Germanistik, Psychologie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Universität zu Köln. Als Studentin wurde sie von der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert. Nach dem Studium widmete sie sich zwei Jahre dem Projekt Weltwissen. Seit Oktober letzten Jahres promoviert sie mit einem Exzellenzstipendium der Rutgers University New Jersey in der Germanistik.
Das Benedikt und Helene Schmittmann-Wahlen-Stipendium wird in Kooperation mit der gleichnamigen Stiftung in diesem Jahr an Wiebke Paulsen von der Medizinischen Fakultät vergeben. Mit einem Stipendium in Höhe von monatlich 900 Euro sollen begabte Nachwuchswissenschaft¬ler gefördert werden, die sich durch überdurchschnittliche Studienleistungen sowie ein besonderes soziales Engagement ausge¬zeichnet haben und sich mit ihrem Promotionsvorhaben einem gesellschaftspolitisch relevanten Thema widmen werden. Wiebke Paulsen gehört zu den wenigen Studierenden, die parallel Medizin und Philosophie studieren und mit sehr guten Ergebnissen abgeschlossen haben. Das Promotionsstipendium soll ihr Dissertationsprojekt ,,Lebensqualität" als Parameter für den Erfolg einer neuen Therapie? - Eine medizinethische Analyse empirisch gewonnener Daten zur Lebensqualität bei Patienten mit Tiefer Hirnstimulation - unterstützen.
Aula der Universität, Hauptgebäude,
Albertus-Magnus-Platz, Köln-Lindenthal
Dienstag 24. Januar 2012, 18.30 Uhr
Pressesprecher Patrick Honecker,
Tel. 470 2202
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