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DFG-Forschungsprojekt: Klosterkonvente im Braunschweiger Land
10 November 2011 - UNI-GOETTINGEN

Klosterkirche in Heiningen bei Wolfenbüttel. Quelle: Dennis Knochenhauer. Klicken Sie bitte hier, um das Bild in Druckqualität herunterzuladen.
(pug) Die Stadt Braunschweig ist umgeben von Klöstern, die fast ausnahmslos im Mittelalter gestiftet wurden. Wie finanzierten sie sich und aus welcher Gesellschaftsschicht kam der Nachwuchs für die Konvente? Wissenschaftler der Universität Göttingen untersuchen in einem Projekt, welchen Einfluss die in Braunschweig über Jahrhunderte herrschenden Familien auf die Geschicke der Klöster nahmen. Das Forschungsvorhaben mit dem Titel „Beziehungen zwischen der Stadt Braunschweig und den umliegenden Frauenklöstern und –stiften im späten Mittelalter“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für drei Jahre mit 100.000 Euro gefördert.
„In der mittelalterlichen Gesellschaft war es für wohlhabende Bürgerfamilien durchaus üblich, unverheiratete Töchter im Kloster unterzubringen, um sie versorgt zu wissen“, erläutert Arndt Reitemeier, Direktor des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen, an dem das Forschungsprojekt angesiedelt ist. In Braunschweig sind Tausende von Testamenten überliefert, die Aufschluss über die verwandtschaftlichen und ökonomischen Beziehungen reicher Braunschweiger Bürgerfamilien mit den Mitgliedern der Klosterkonvente geben. Projektmitarbeiter Dennis Knochenhauer von der Universität Göttingen erklärt: „Weil Reichtum gleichzeitig politische Macht bedeutete, waren die Familien häufig im Rat der Stadt vertreten und somit in der Lage, Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der Einrichtung zu nehmen, beispielsweise in Form von Krediten. Und auch wenn es um innere Belange der Stifte ging, wie bei der Ernennung der Pröbste, hat der Braunschweiger Rat teilweise massiv Einfluss geltend gemacht.“
Im Mittelpunkt der Untersuchung der Göttinger Historiker stehen die Stifte in Dorstadt, Heiningen und Steterburg sowie das Kreuzkloster auf dem Rennelberg – wegen ihrer Nähe zur Stadt Braunschweig, aber auch wegen besonders enger personeller Verflechtungen mit den führenden Braunschweiger Familien. „Erstmals werden die Frauenklöster im Braunschweiger Umland zugleich in ihrer sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Interaktion mit einer der größten niederdeutschen Städte erforscht“, so Reitemeier.
Im Mittelpunkt der Untersuchung der Göttinger Historiker stehen die Stifte in Dorstadt, Heiningen und Steterburg sowie das Kreuzkloster auf dem Rennelberg – wegen ihrer Nähe zur Stadt Braunschweig, aber auch wegen besonders enger personeller Verflechtungen mit den führenden Braunschweiger Familien. „Erstmals werden die Frauenklöster im Braunschweiger Umland zugleich in ihrer sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Interaktion mit einer der größten niederdeutschen Städte erforscht“, so Reitemeier.
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