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Der Sonne ganz nah
5 October 2011 - UNI-KIEL

Näher als je zuvor wird die Raumsonde „Solar Orbiter“ der Sonne kommen. 2017 startet die Mission ins All. Quelle: ESA
Raumsonde Solar Orbiter ab 2017 im All – Kiel und Deutschland maßgeblich beteiligt
Das höchste Auswahlgremium der Europäischen Weltraumkommission ESA hat gestern, 4. Oktober, den Zuschlag für eine der begehrtesten Startmöglichkeiten ins All an die Raumsonde Solar Orbiter erteilt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) sind mit vier von fünf Sensoren für solare Teilchen am Projekt „Energetic Particle Detector“ an der Mission beteiligt. Mithilfe des Detektors können Ausbreitung und Beschleunigung von solaren Teilchen auf fast Lichtgeschwindigkeit erfoscht werden. An den Projekten sind neben einem Ingenieurteam auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Promovierende und Studierende aus Kiel beteiligt. Sie arbeiten zusammen in einem internationalen Team mit Mitgliedern aus Südkorea, Spanien, Finnland und den USA. Bis 2017 beträgt der Förderumfang für Solar Orbiter knapp 12 Millionen Euro.
Professor Robert Wimmer-Schweingruber vom Institut für Experimenelle und Angewandte Physik an der CAU ist begeistert von der Entscheidung: „Seit mehr als einem Jahrzehnt bereiten wir die Mission vor. Seit zwei Jahren entwickeln wir auf Hochtouren diese Instrumente – und die Arbeit hat sich gelohnt! Wir erwarten beeindruckende Erkenntnisse über die Entstehung von Sonnenstürmen und grundlegende astrophysikalische Phänomene. Mit dem Zuschlag sind außerdem 13 Vollzeitstellenäquivalente für die kommenden Jahre bis zum Start der Raumsonde gesichert.“
Nachdem die Sonde im Januar 2017 mit einer Trägerrakete der NASA ins Weltall gestartet ist, werden die Instrumente an Bord neue Erkenntnisse über die Sonne und ihre Auswirkungen auf die Erde liefern. Eine besondere Flugbahn bringt die Raumsonde auf etwa 40 Millionen Kilometer Nähe zur Sonne (weniger als ein Drittel des Abstandes Sonne-Erde), wo sie fast die dreizehnfache Sonneneinstrahlung im Vergleich zur Erde aushalten muss. Den Strapazen zum Trotz ermöglicht die Sonde die Untersuchung der bisher wenig erforschten solaren Polarregionen und der wegen der geringen Distanz zur Sonne fast ungestörten Sonnenwind- und -partikelströme.
In Deutschland sind neben der Christian-Albrechts-Universität auch das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau und das Astrophysikalische Institut in Potsdam an Solar Orbiter beteiligt. Schaut man auf die Europakarte, so liefern ausgewählte Institute aus vielen ESA-Mitgliedstaaten wichtige Beiträge zur Mission – zwei Instrumente kommen zudem aus USA. Die Kieler Projekte werden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und teilweise auch direkt von der ESA gefördert.
Link zur ESA-Pressemitteilung:
www.esa.int/esaSC/SEMOZ59U7TG_index_2.html
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