
Choreograph Robert Wechsler unterstützt die Bewegungsaktivierung eines Schülers an der Förderschule Dresden mithilfe des MotionComposer. (Quelle: Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien, Foto: Uwe Billerbeck)
05.03.2012
Menschen, die sich nur eingeschränkt bewegen können, fehlt oft die Möglichkeit, sich individuell oder künstlerisch auszudrücken. Die Medienmanagerin Josepha Dietz und der Mediengestalter Marc Sauter aus der Bauhaus-Universität Weimar haben gemeinsam mit dem Choreographen Robert Wechsler eine Technik entwickelt, die Ausdrucksmöglichkeiten von behinderten Menschen verbessern soll.
Ab Dienstag, 6. März 2012, präsentieren die Macher ihr innovatives Projekt am Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ auf der CeBIT.
Die Idee der beiden Absolventen ist einfach: Wer sich bewegen kann, der kann auch tanzen und musizieren. Dies sollte nicht davon abhängen, wie groß und ausführlich die Bewegungen sind. Der MotionComposer greift diesen Ansatz auf und stellt eine Möglichkeit für bewegungseingeschränkte Personen dar, individuell und künstlerisch zu agieren. Zunächst erfasst dabei eine leistungsfähige, an einen Computer angeschlossene Kamera kleinste Bewegungen bis hin zum Wimpernschlag, die von einer Software ausgewertet werden. Ein weiteres Programm erzeugt aus den Bildern in einem zweiten Schritt Töne und Klänge. Innerhalb kürzester Zeit erfahren die Personen ganz intuitiv das interaktive Prinzip der Klangumgebung. Betreut wird das Projekt von Jens Geelhaar an der Professur Interface Design in der Fakultät Medien.
Der MotionComposer kann für therapeutische Zwecke innerhalb der Arbeit mit behinderten Menschen eingesetzt werden. Erste Praxiserfahrungen sammelte das Team hierbei an der Förderschule Dresden. In Zusammenarbeit mit den Pädagogen vor Ort erprobten sie mit Schülerinnen und Schülern den intuitiven Zugang zur Klangumgebung.
Derzeit verfeinern die Entwickler den MotionComposer im „neudeli“, der Gründerwerkstatt der Bauhaus-Universität Weimar. Aus Laptop, Kamera und Tonanlage soll ein einziges Gerät werden, das zur Marktreife geführt wird. An Workshops mit dem Team können interessierte Schulen und Einrichtungen der Behindertenhilfe aber bereits jetzt teilnehmen.






» Share this page: