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Bologna-Prozess: Fakten und Informationsaustausch zum Stand der Hochschulreform
Das Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung will mit neuem Veranstaltungsformat den Austausch zwischen Politik und Wissenschaft im Bildungsbereich intensivieren
Rund 13 Jahre nachdem der Bologna-Prozess zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums gestartet wurde, gehen die Ansichten über den Erfolg der Reform weit auseinander. In mittlerweile 47 Staaten haben die angestoßenen Hochschulreformen teilweise dramatische Veränderungsprozesse ausgelöst. Die Diskussionen über die Auswirkungen werden zwar intensiv geführt, allerdings liegen bisher nur wenige gesicherte Erkenntnisse vor. Diesem Defizit möchte die Konferenz "Bologna-Reform: Eine Zwischenbilanz der empirischen Bildungs- und Hochschulforschung und Entwicklungsperspektiven" begegnen. Auf Einladung des Zentrums für Bildungs- und Hochschulforschung (ZBH) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz werden sich am 2. März 2012 Wissenschaftler, Bildungspolitiker und Vertreter der Administration in Berlin treffen, um erste Forschungsergebnisse zur Bologna-Reform zu diskutieren. Das ZBH eröffnet mit dieser Konferenz ein neues Veranstaltungsformat, genannt "Konferenz für Wissenschaft und Bildung", das den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik fördern soll.
Zum Thema "Bologna-Reform - Eine Zwischenbilanz der empirischen Bildungs- und Hochschulforschung und Entwicklungsperspektiven" geht es am 2. März in Berlin um die Diskussion neu vorliegender empirischer Daten aus der Hochschulforschung, an der sich Akteure aus Wissenschaft, Hochschulleitung und -verwaltung, Kultusministerkonferenz (KMK), Akkreditierungsrat, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und studentische Vertreterinnen und Vertreter beteiligen. Die Konferenz wird von Uwe Schmidt, Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und stellvertretender Sprecher des ZBH, und Univ.- Olga Zlatkin-Troitschanskaia, Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik, wissenschaftlich geleitet.
"Wir wollen zentrale Merkmale des Bologna-Prozesses aufgreifen und sie mit einem Vergleich zwischen dem alten und neuen Studiengangmodell, also Diplom beziehungsweise Bachelor und Master, erörtern. Dazu werden wir die relevanten Befunde aus BMBF-geförderten und anderen einschlägigen Projekten präsentieren und kritisch diskutieren", kündigt Olga Zlatkin-Troitschanskaia an. Neben Impulsreferaten wird es ein "Town Hall Meeting" geben, das themenfokussierte Gesprächsrunden mit eingeladenen Bologna-Experten und unter Einbezug des Publikums ermöglicht. Die Betrachtung erfolgt aus einer bundesländerübergreifenden Perspektive. Mit Karen Tinser von der Universität Zürich wird eine deutschsprachige Expertin zudem die "externe Perspektive" präsentieren. Die Ergebnisse der Tagung sollen in einem Themenheft einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden.
Das ZBH will mit dieser Veranstaltung die Ergebnisse seiner anwendungsorientierten Forschung an die verantwortlichen Entscheidungsträger weiterreichen und gleichzeitig neue Impulse für seine eigene weitere Arbeit aufgreifen. Grundsätzliches Ziel ist, den Austausch zwischen Politik und Wissenschaft im Bildungsbereich zu intensivieren.
Dazu sollen auch weitere Konferenzen unter dem neuen Veranstaltungsformat "Konferenz für Wissenschaft und Bildung" beitragen. Voraussichtlich im kommenden Spätherbst wird in Mainz das Thema "Übergang zu weiterführenden Schulen und Selektion" zum Thema eines Treffens gemacht. Auch hier wird es Ziel sein, die häufig politisch geführten Diskussionen um empirische Daten zu ergänzen. Ein weiteres avisiertes Thema ist "Evidenzbasierte Steuerung im Bildungssystem".
Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung (ZBH)
Das Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung (ZBH) ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Es untersucht Fragestellungen, die im Kontext erhöhter gesellschaftlicher Anpassungsanforderungen an institutionalisierte Bildung entstehen. Das ZBH sieht seine Aufgabe insbesondere darin, einerseits zwischen den Interessen von Forschung, Politik und Praxis und andererseits zwischen Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Praxisforschung zu vermitteln. Eine eigens eingerichtete "Transferstelle Bildung" unterstützt die Kooperation zwischen Hochschule und Bildungspraxis.
Hinweis: Die Konferenz findet in der Neuen Mälzerei, Friedenstrasse 91, 10249 Berlin statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, weshalb um Anmeldung unter zbh [a] uni-mainz (p) de bis 1. Februar 2012 gebeten wird.
Geschäftsführerin
Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung (ZBH)
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz
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