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Ausstellung "Brisante Begegnungen" startet morgen in Hamburg
16 November 2011 - UNI-LEIPZIG
Mit rund 400 Exponaten bietet die Schau "Brisante Begegnungen - Nomaden in einer sesshaften Welt" im Völkerkundemuseum Hamburg Besuchern ab 17.11. die Gelegenheit, vielfältige Eindrücke nomadischen Lebens zu sammeln. Der Sonderforschungsbereich 586 "Differenz und Integration" präsentiert in seiner Abschlussausstellung in einem zeitlichen Rahmen von nahezu 5.000 Jahren und in regionaler Breite von Nordafrika über Europa bis Asien die Quintessenz seiner über zehnjährigen, interdisziplinären Forschungsarbeit.
Zeit: 17.11.2011 bis 20.05.2012
Ort: Museum für Völkerkunde Hamburg
Rothenbaumchaussee 64
20148 Hamburg
Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr
Donnerstag bis 21 Uhr
Am Forschungsverbund sind die Universität Leipzig und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beteiligt sowie das Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig und das Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig.
Ob in Marokko, im Sudan, in der Mongolei oder in Kasachstan: "Nomaden hinterherzukommen ist über die Sprache hinaus ein sehr komplexes Unterfangen ", sagt Jörg Gertel, Sprecher des SFB 586. Monate und sogar Jahre hätten Ethnologen oder Geographen deshalb mit nomadischen Gesellschaften gelebt. "Wenngleich ihre Lebensformen immer wieder totgesagt werden, sind sie noch sehr präsent und ein eigentlich sehr erfolgreiches Modell."
In den über 50 Forschungsprojekten aus 15 Disziplinen untersuchten weiterhin Archäologen, Historiker oder Orientwissenschaftler nomadische Lebenswelten in unterschiedlichen zeitlichen Epochen "und immer auch Beziehungen zu sesshaften Gesellschaften, mit denen Nomaden stets im regen Austausch standen", unterstreicht Annegret Nippa, Direktorin des Instituts für Ethnologie der Universität Leipzig, die mit ihrer Mitarbeiterin Andreea Bretan die Ausstellung kuratiert hat. Mit großem Engagement haben sie Leihgaben aus aller Welt zusammengetragen, die - ebenso wie Schätze aus den Archiven des Hamburger Museums - Forschungsergebnisse für Besucher anschaulich machen.
In der Exposition begegnen sich etwa mit Karakulschafen handelnde Nomaden aus Usbekistan und ein Hamburger Oberbürgermeister im Persianer-Pelz. Oder eine alte römische Einbürgerungsurkunde zeigt auf, dass die aktuelle Debatte um Migration und Integration kein Phänomen der Neuzeit ist. "Schon immer hat das ,Fremde' existiert, schon immer waren Gesellschaften aus vielfältigen Kulturen und Lebensweisen zusammengesetzt, die Differenz und Integration ständig neu aushandeln mussten", so Annegret Nippa.
Im Mittelpunkt der Schau stehen friedliche Koexistenzen, wie auf Handelsplätzen. Am Rande werden auch kriegerische Auseinandersetzungen aufgezeigt. "Wichtig an diesen Begegnungen sind bestimmte Prinzipien, die in regionaler Breite und historischer Tiefe in verschiedenen Variationen immer wieder auftauchen", erläutert Andreea Bretan. In mehreren Themenblöcken wiederfinden sich deshalb Spannungen zwischen nomadischen und sesshaften Menschen, zwischen verschiedenen Kulturen, Wirtschaftsweisen und politischen Strukturen. Und die Ausstellung erzählt Geschichten, wie moderne Nomaden mit ökologischen und technologischen Entwicklungen problemlos mithalten und Dinge wie Handys mit ressourcenschonendem Wirtschaften verknüpfen.
"Auch die Art der Präsentation soll dem Gedanken des Nomadischen entsprechen. Die Besucher wandern deshalb durch das Haus und erleben das Thema in seiner Flexibilität und in seiner Grundbedingung, der Mobilität", erklärt Annegret Nippa das Ausstellungskonzept. So sind die Exponate auch in den Räumen der Dauerausstellung auf insgesamt fast 1.000 Quadratmetern verteilt. "Denn Nomadismus ist mit verschiedenen Stationen und Orten des Lebens verbunden und dabei eng mit sesshaften Kulturen verflochten." Andreea Bretan ergänzt: "Ein weiteres Prinzip war es zu zeigen: Nomaden finden sich auch dort, wo man sie nicht erwartet, an überraschenden Orten und manchmal auch da, wo sie stören. Aber Nomaden finden sich immer zurecht."
Multimediastationen erlauben es ebenso wie einzelne Exponate zum Anfassen, sich in Kleidungsstücke, Gefäße, Felle, Teppiche, einen transportablen Webstuhl oder Techniken der Käse- und Butterherstellung zu vertiefen. In einzelne Stationen können Besucher selbst hineinschlüpfen - so etwa in ein syrisches Beduinenzelt oder in den Nachbau einer historischen Karawanserei, die einst als wichtige Pausenstation für den Postdienst diente. Spannend sind hier nicht zuletzt die zu hörenden syrischen Gesänge und Märchen, die ebenso wie ein lebensgroßes Kamel, Ziegen oder Schafe aus Plüsch auch die jüngsten Besucher begeistern dürften.
Fotos zur Ausstellung finden Sie hier:
http://www.uni-leipzig.de/foto/download/sfb586/
Rothenbaumchaussee 64
20148 Hamburg
Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr
Donnerstag bis 21 Uhr
Am Forschungsverbund sind die Universität Leipzig und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beteiligt sowie das Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig und das Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig.
Ob in Marokko, im Sudan, in der Mongolei oder in Kasachstan: "Nomaden hinterherzukommen ist über die Sprache hinaus ein sehr komplexes Unterfangen ", sagt Jörg Gertel, Sprecher des SFB 586. Monate und sogar Jahre hätten Ethnologen oder Geographen deshalb mit nomadischen Gesellschaften gelebt. "Wenngleich ihre Lebensformen immer wieder totgesagt werden, sind sie noch sehr präsent und ein eigentlich sehr erfolgreiches Modell."
In den über 50 Forschungsprojekten aus 15 Disziplinen untersuchten weiterhin Archäologen, Historiker oder Orientwissenschaftler nomadische Lebenswelten in unterschiedlichen zeitlichen Epochen "und immer auch Beziehungen zu sesshaften Gesellschaften, mit denen Nomaden stets im regen Austausch standen", unterstreicht Annegret Nippa, Direktorin des Instituts für Ethnologie der Universität Leipzig, die mit ihrer Mitarbeiterin Andreea Bretan die Ausstellung kuratiert hat. Mit großem Engagement haben sie Leihgaben aus aller Welt zusammengetragen, die - ebenso wie Schätze aus den Archiven des Hamburger Museums - Forschungsergebnisse für Besucher anschaulich machen.
In der Exposition begegnen sich etwa mit Karakulschafen handelnde Nomaden aus Usbekistan und ein Hamburger Oberbürgermeister im Persianer-Pelz. Oder eine alte römische Einbürgerungsurkunde zeigt auf, dass die aktuelle Debatte um Migration und Integration kein Phänomen der Neuzeit ist. "Schon immer hat das ,Fremde' existiert, schon immer waren Gesellschaften aus vielfältigen Kulturen und Lebensweisen zusammengesetzt, die Differenz und Integration ständig neu aushandeln mussten", so Annegret Nippa.
Im Mittelpunkt der Schau stehen friedliche Koexistenzen, wie auf Handelsplätzen. Am Rande werden auch kriegerische Auseinandersetzungen aufgezeigt. "Wichtig an diesen Begegnungen sind bestimmte Prinzipien, die in regionaler Breite und historischer Tiefe in verschiedenen Variationen immer wieder auftauchen", erläutert Andreea Bretan. In mehreren Themenblöcken wiederfinden sich deshalb Spannungen zwischen nomadischen und sesshaften Menschen, zwischen verschiedenen Kulturen, Wirtschaftsweisen und politischen Strukturen. Und die Ausstellung erzählt Geschichten, wie moderne Nomaden mit ökologischen und technologischen Entwicklungen problemlos mithalten und Dinge wie Handys mit ressourcenschonendem Wirtschaften verknüpfen.
"Auch die Art der Präsentation soll dem Gedanken des Nomadischen entsprechen. Die Besucher wandern deshalb durch das Haus und erleben das Thema in seiner Flexibilität und in seiner Grundbedingung, der Mobilität", erklärt Annegret Nippa das Ausstellungskonzept. So sind die Exponate auch in den Räumen der Dauerausstellung auf insgesamt fast 1.000 Quadratmetern verteilt. "Denn Nomadismus ist mit verschiedenen Stationen und Orten des Lebens verbunden und dabei eng mit sesshaften Kulturen verflochten." Andreea Bretan ergänzt: "Ein weiteres Prinzip war es zu zeigen: Nomaden finden sich auch dort, wo man sie nicht erwartet, an überraschenden Orten und manchmal auch da, wo sie stören. Aber Nomaden finden sich immer zurecht."
Multimediastationen erlauben es ebenso wie einzelne Exponate zum Anfassen, sich in Kleidungsstücke, Gefäße, Felle, Teppiche, einen transportablen Webstuhl oder Techniken der Käse- und Butterherstellung zu vertiefen. In einzelne Stationen können Besucher selbst hineinschlüpfen - so etwa in ein syrisches Beduinenzelt oder in den Nachbau einer historischen Karawanserei, die einst als wichtige Pausenstation für den Postdienst diente. Spannend sind hier nicht zuletzt die zu hörenden syrischen Gesänge und Märchen, die ebenso wie ein lebensgroßes Kamel, Ziegen oder Schafe aus Plüsch auch die jüngsten Besucher begeistern dürften.
Fotos zur Ausstellung finden Sie hier:
http://www.uni-leipzig.de/foto/download/sfb586/
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